Beet-Tag

Auch in der norddeutschen Tiefebene gehen Ferien zu Ende. Der Alltag in Berlin ruft und es heißt Abschied nehmen von der Erdscholle, die die Großeltern bewohnen. Es reift der Generationen übergreifende Entschluss: Der moderne Garten ist mobil! Transportabel in Kisten, in denen nur Gutes keimt.

 

Vorbereitet sein ist alles im Leben – auch von Pflanzen! Zuerst die Gartenkisten mit Zeitungspapier ausschlagen, um sie dann mit Plastikfolie auszukleiden. So wird Feuchtigkeit besser im mobilen Beet gehalten. Wir haben einfach einen großen Müllsack genommen. In die Plastikfolie müssen Löcher geschnitten werden, damit Wasser entweichen kann. Dann kann die Kiste mit Erde befüllt werden und überschüssige Plastikfolie abgeschnitten (am besten mit einem Cutter).

 

Was wir säen, das werden wir ernten. In einer tieferen Kiste können Radieschen, Möhren und Erbsen wachsen. Dafür mit einem Stock 2 gerade Furchen ziehen und die Samen in 2-3 cm Abstand hineinlegen. Radieschen und Möhrensamen werden abwechselnd in die kleine Erdfurche gesät, denn das Radieschen hat magische Kräfte und bekämpft die Möhrenfliege auf biologische Weise. Dann die Furche wieder mit Erde schliessen und (nicht zu fest) andrücken. Für die Feldforschung werden die Saatreihen mit der passenden Saat-Tüte markiert.

 

Damit die Erbse weiß, wo sie hinklettern soll, etwas Strauchwerk sammeln und das kleine Geäst versetzt auf beiden Seiten der Erbsen-Samen in die Erde stecken. Mit einem Band das Strauchwerk zusammenbinden.

 

In die Trick-Kiste greifen: mit Saatbändern freuen wir uns auf Blumen und Kräuter im Sommer – jeder Atemzug eine Aromatherapie!

Die Tomatenpflanze findet eine neue Bleibe im unsanierten Altbau-Topf. Mietpreis wird in Naturalien beglichen.(Ob Topf, Eimer oder Dosen – in alle umfunktionierten Pflanzenbehälter müssen unten Löcher gebohrt werden. Die Tomatenpflanze braucht einen Stock zum Ranken, an den sie vorsichtig festgebunden wird.)

 

Nicht nur Pflanzen schlagen im Garten gerne Wurzeln. Eine alte Bauernregel lautet, Pfefferminztee mit reichlich Honig regt das Wachstum an. Kohlrabi, Lauch und Blattsalat werden zu Kistenbesetzern. Und alle sind sich einig: Der mobile Garten ist ein gerechter Länder-Pflanzausgleich.

Danke an Frauke Koops.

 

©Fotos: Knut Koops für APRIL/mag

2 Kommentare

Kommentare

  1. Stefanie sagt:

    Wie, so leicht kann es sein, einen „Garten“ zu haben? Wir freuen uns schon jetzt auf die Ernte- besonders auf unseren Kübis!! Aber der muss wohl später doch auf’s freie Feld umziehen ;) Die fleissigen, kleinen Gärtner hatten grossen Spass dem Gemüse einen sicheren und gemütlichen „Kistenstart“ zu geben!

    Gruss aus einer nördlichen Gärtnererei *

  2. Alma sagt:

    oh ist das eine wunderbare idee!
    gerade überlegt, wie es sich wohl anstellen lässt ohne garten einzusäen.
    herzlichen dank :)

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