mein Freund der Busch

Was wie Erbsen-Zählerei erscheint, ist nichts weiter als das geballte Grüne Gewissen auf einem Teller! Denn als der Holunder noch blühte (siehe Im Holderbusch), da gaben wir ihm unser Wort darauf, dass wir anders sind als die Anderen… dass wir ihn nicht zum Star aufbauen, um ihn dann wieder fallen zu lassen,wenn seine Blütezeit vorbei ist, so wie andere Medien das machen würden. Wir nicht! Weil der Holderbusch uns ein wahrer Freund ist. Und er? Reift wunderschön! Und wir? Werden nicht mutlos! Wenn es auch auf den ersten Blick mühsam erscheint, 100e grüne Holunder-Beeren zu verlesen – auf den zweiten Blick ist es das auch! A B E R: ist der innere Schweinehund überwunden, fühlt es sich besser an, als jedes Omhhh am Ende einer Yogastunde.

Der Beginn dieser wunderbaren Freundschaft: das besondere Holz, aus dem wir im Frühling Pusterohre geschnitzt haben! Jetzt liefert der Busch uns die grüne Munition, mit der sich die Erfahrung vom ewigem Kreislauf der Natur in die Umlaufbahn schießen lässt… Ach ja: Und Kapern haben übrigens kein Copyright auf Kapern. Dem Holderbusch steht seiner 2. Karriere also nichts im Wege… Kapern-Kopien gehen so:

1. Im Spätsommer (jetzt noch an schattigen Plätzen) unreife, aber voll ausgewachsene Holunderbeeren (ca. 500g) sammeln. Von den Stielen befreien,verlesen, gründlich waschen und über Nacht in Meersalzwasser einlegen (1 L Wasser + 100 g Meersalz) 2. Am nächsten Tag alles durch ein Sieb kippen, die Beeren abtropfen lassen und 5 Minuten in neuem Salzwasser aufkochen lassen. Danach wieder abgießen 3. Für die Essiglage 750 ml Weißweinessig mit 4 Lorbeerblättern, 2 Stängeln Estragon, Pfefferkörnern und 4 EL Zucker  ansetzen. 4. Die gekochten Beeren  auf Weckgläser verteilen und mit Essig-Sud aufgießen. An einem dunklen, kühlen Ort aufbewahren.

Ok, irgendwann ist auch mal Schluss mit Grün. Und Gewissen… Die reifen Beeren sind  dunkelrot und voller Vitamine, die wir uns einverleiben sollten. Der Gewissens-Konflikt: wir befinden uns in direkter Nahrungskonkurrenz mit der heimischen Vogelwelt. Und ich weiß nicht wie  Dr. Dr. Rainer Erlinger von der Süddeutschen Zeitung diese Gewissensfrage beantworten würde. Aber ich sage, wer sich fit für den Winter machen will: Beeilung!

 


 

©Fotos: Knut Koops für APRIL/mag

1 Kommentar

Kommentare

  1. nordlicht sagt:

    ….oh, hab gerade rum erklaert: „zu frueh für holunderbeersaft….leider,leider…da muessen wir noch warten, die sind ja noch ganz gruen..“
    Aber dann machen jetzt erstmal „kapern“….wie lecker!

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