Der Handarbeiter

Es gibt Leute, die in Handarbeits-Mustern Bilder sehen, die erst noch welche werden sollen. Also, die Anleitung zu einem Bild. Hier laufen alle Fäden zusammen: Robert Otto Epstein sieht Bilder. Und malt und zeichnet diese. Basierend auf French and Ger­man filet lace pat­terns as well as vin­tage knit­ting and cro­chet schemat­ics. Obwohl die Handarbeits-Muster so um die 90 Jahre alt sind, erinnern sie an den Style der Achtziger und an die Pixel-Ästhetik von Atari. Wir trafen ihn in Berlin/Neukölln (hier), wo er noch bis Sonntag, den 9.9.12 (!), ein Muster seiner Arbeit zeigt.

Bis auf die Pinsel benutzt Robert O. Epstein keinerlei Material aus dem Künstlerbedarf. Er mag die Dinge, die es sowieso schon gibt. Sein Papier kauft er im Baumarkt auf großen Rollen und schneidet es sich zu. Wenn er dort Farbe kauft, wird er gefragt: „für drinnen oder draußen?“ – er nimmt die für drinnen, Wandfarbe. In Neukölln zeigt er auch seine  Figurative Paintings, die sich auf ausgerissenen Magazin-Seiten befinden, und Gesichter von Hair-Styling-Produkten aus den Achtziger Jahren abbilden.

In New Jersey, wo Robert Otto Epstein lebt und arbeitet, findet zeitgleich eine Ausstellung mit dem Titel Sleeveless Cardigan statt. Bis Sonntag kann man sich einen kleinen Einblick in seine Welt verschaffen, dann fliegt er wieder nach Hause, Maplewood,NJ, USA.

©Fotos: Knut Koops für APRIL/mag

1 Kommentar

Kommentare

  1. nordlicht sagt:

    Wer kennt diese Muster nicht, doch auf dem Papier? Kunst die das Auge „waermt“….ich will auf jeden Fall mehr sehen, danke fuer den Tip!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

(Spamcheck Enabled)