zu Besuch

Wir sind Vollzeitstädter. Teilzeit wäre schöner. Aber wir wollen nicht undankbar sein. Nicht jetzt! Da wir Herbst haben. Und Freunde, die wir besuchen dürfen (Dankbar-Nr. 1). Zur Erntezeit kochen wir zusammen Erntesuppe. Samstagmorgen habe ich das bunte Herbstgemüse auf dem Markt besorgt (hier). Das war gut, weil auf Märkten auch in der Stadt Jahreszeit passiert (Dankbar-Nr. 2). Und außerdem erklärt mir dort die nette Marktfrau vom Biohof in Brandenburg: „Das ist Schafsgabe! Für Tee, schmeckt gut, ist gesund“. Da konnte ich es natürlich nicht liegen lassen, das Sträußchen. Die Marktfrau kann ja nicht wissen, dass ich mich auf’m Sprung ins Schafsgaben-Land befinde. Und ich nicht, dass es gut ist, heißes Wasser darüber zu kippen. Ist es aber… (Dankbar-Nr.3)

Die Ernte-Gaben legen wir auf den Tisch.  An dem kommt keiner vorbei: rein und raus, ich hab‘ Durst, ich hab‘ Hunger, darf ich auch eine Möhre schälen? Ja, Du darfst! (Dankbar-Nr. 4) Und ich wüsste gerade nichts, was schöner aussehen könnte als dieses Stilleben… (Dankbar-Nr. 5)

Bohnen vom Markt in 3 Farben (Dankbar-Nr. 6). Ein goldener Herbst-Tag (Dankbar-Nr. 7)

Die Pastinake kriegt die Beine ab, wird in Stücke geschnitten und kommt rein in den Topf – ob die dafür dankbar ist? In Vorchristlichen Zeiten wurde noch mit Opfer-Darbringung für die Ernte gedankt. Die Zeiten sind vorbei (Dankbar-Nr. 8). Rezept für die Ernte-Suppe: Gemüsezwiebel und Knoblauch andünsten. Gewürfelten Bio-Speck dazugeben und eine Weile schmoren. Dann das Gemüse (Bohnen, Kürbis, Kartoffeln, Pastinake, Möhren) in den Topf geben und alles zusammen weiter anschmoren. Mit Gemüsebrühe aufgießen und solange köcheln lassen, bis das Gemüse bissfest gegart ist. Schmeckt herzhaft wärmend! (Dankbar-Nr. 9)

Gleich liegen die Herbst-Farben auf dem Teller. E R N T E  S E I  D A N K

Das Wagenrad-Brot habe ich zum ersten Mal gebacken und es ist auf anhieb etwas geworden (Dankbar-Nr. 10). 

Rezept für ein Wagenrad-Brot: 1 kg Weizenmehl, 4 gestrichene TL Salz, 1 Würfel Hefe, 640 ml lauwarmes Wasser, 2 EL Honig, Sonnenblumenkerne, Mohn, Kürbiskerne, Sesam 1. Ofen auf 240° Grad vorheizen. Honig und Hefe in einer Schale mit einem  Teil des Wassers auflösen 2. Mehl mit dem Salz vermischt in eine Schüssel geben, eine Kuhle hineindrücken  und Hefewasser hineingiessen und verrühren 3. Nach und nach das restliche Wasser hinzugeben (evtl. noch etwas Mehl und Wasser hinzugeben: Teig soll elastisch sein). 5 Min durchkneten 4. Teig 45 Min. ruhen lassen, er soll sich verdoppeln. Schüssel mit einem feuchten und einem trockenem Tuch abdecken. 5. Tischfläche einmehlen und Teig noch einmal kurz durchkneten, damit Luftblasen verschwinden 6. Ein Backplech mit Backpapier bereitstellen, immer eine Handvoll Teignehmen und zu Kugeln formen. Mit der mitleren Kugel beginnen, darum herum einen ersten Kreis legen, dann den zweiten 7. Das Wagenrad mit einem Tuch abdecken und nochmal 30 Min. ruhen lassen. 8. Jedes Brötchen mit Wasser befeuchten und mit unterschiedlichen Kernen bestreuen. ca. 20 – 30 Min goldbraun backen. TIP: Schmeckt auch aufgebacken wunderbar.

An nur einem halben Tag schafft man es locker in den 2 Stelligen Bereich mit der Danbarkeit. In der Erntezeit!

 

©Fotos: Knut Koops für APRIL/mag

 

2 Kommentare

Kommentare

  1. Strandperle sagt:

    Eine wunderbar inspirierende Geschichte! (schon mal mein Dankbar Nr.1!) Dankbar 2-10: Heute war hier auch Wochenmarkt. Habe da alles für ein Ernte-Süppchen eingekauft, hat fantastisch geschmeckt! Der verregnete Tag hier machte mir gar nichts mehr aus. Bin nun gestärkt für einen Herbstausflug, um den Kopf frei zubekommen. Also, es reicht tatsächlich 1 Tag,um Dankbarkeit im 2-stelligen Bereich anzusiedeln;-) Eigentlich auch nicht nur zur Ernte-Dank-Zeit… Und Dankbar 8, 9 und 10 vergebe ich für das köstliche Brot! Mein Lieblingsbäcker wird mich die nächsten Tage vermissen…

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