vorbeischauen

bei Elisabth Schotte. Designerin, Shop-Inhaberin

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An diesem Spätsommertag täuscht der Himmel kühlere Temperaturen vor, als tatsächlich sind. Die Stadt ist sich einig: sie unternimmt Urlaubsverlängernde-Maßnahmen in den Straßencafés. Und davon gibt es genug im Graefe-Kiez. Wir trinken bei Lisa in der Küche Kaffee. Später noch grünen Tee, denn unser Besuch endet erst, als Lisa nachmittags in den Laden geht. Sie wohnt in fußläufiger Nähe zum SÜPER-Store (hier), den sie gemeinsam mit Vanessa Marangoni führt. Wir haben französische Hörnchen für das Vormittags-Gedeck dabei. In Berlin ist es eher überraschend, neuen Menschen zu begegnen, die nicht zugezogen sind. Bei Lisa ist es so, sie ist hier aufgewachsen. An einen konkreten Grund, weshalb sie vor 18 Jahren nach Kreuzberg gezogen ist, kann sie sich nicht entsinnen. Ein Grund wie „weil es hier den besten Kaffee oder die beste Pizza der Stadt gibt“ wird es da noch nicht gewesen sein. Vor einem Jahr ist sie mit ihrem Mann, dem Regisseur Jörn Hintzer, und den beiden Töchtern von einer Altbauwohnung in die Räume eines alten, zu Wohnzwecken umgestalteten Verwaltungsgebäudes gezogen.

„In der Anfangsphase war es komisch sich an das seeehr viele Weiß der seeehr hohen Wände zu gewöhnen,“ erzählt Lisa. Die enorme Deckenhöhe beruht auf der Architektur eines öffentlichen Gebäudes und löst ein ungewöhnliches Raumgefühl aus. „Da haben wir befreundete Künstler gefragt, ob sie nicht Bilder hätten, die sie vielleicht an unseren Wänden aufbewahren möchten.“ Die nackte Küchenwand hat Glück gehabt – sie kleidet nun T-Shirt-Kunst von Jochen Twelker.

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Die Brücke zwischen Küche und Wohnzimmer schlägt der Orient-Teppich. Über dem Klavier sammeln sich Dürer-Hasen, als hätte jemand Copy-Paste gedrückt. Während auf dem Klavier noch weitere Hasen-Teile auf ihre Rahmung warten. Die Kopien-Sammlung wächst auf natürliche Art und Weise immer dann, wenn ein Hasen-Duplikat ihre Wege, und manchmal auch die Wege von Freunden, kreuzt.

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„Die Kinder finden es spannend, jetzt ein eigenes Zimmer zu haben, denn in der alten Wohnung hatten sie ein Gemeinsames“, erzählt Lisa. „Es ist aber auch Thema bei uns, ob wir die Zimmer zu einem Spiel- und Schlafzimmer zusammenlegen“ erklärt sie mit Blick auf eine Kinderzeichnung, auf der ein gemaltes Hochbett mit passender Leiter abgebildet ist. Wer schläft am Abend gerne bei wem mit ein, wo wird viel gespielt und wo halten sich die Kinder mit ihrem Besuch auf: Es muss das grundlegende Wesen des Kinderzimmers sein, dass es eigentlich immer in der Entwicklungsphase steckt – wie das Kind selbst. Innenarchitektonisches FAZIT: Allzeit-Umräum-Pläne sind zwangsläufig und damit mehr als ok.

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Der Himmel bricht auf: Es ist jetzt stärker auf der Kippe zu Sommer denn zu Herbst… Licht strömt in den großen offenen Wohnraum. Es leuchtet die Fassade eines imposanten Kreuzberger Gebäudes im Fenster wie ein grafisches Kunstwerk selbst. Das Bild über dem Esstisch haben Lisa und Jörn von dem in Berlin lebenden US-Künstler Kottie Paloma gekauft. Der Detailreichtum der Einrichtung, die warmen Materialien kombiniert mit der ungewöhnlichen Atmosphäre des Gebäudes, all das macht es einem nicht leicht, die Wohnung zu verlassen. Aber es nutzt ja nix: Lisa muss los! Danke, dass wir vorbeischauen durften.

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Lisa and Vanessa at their Shop, the SÜPER-Store, Kreuzberg, Berlin.

 

© Fotos: Knut Koops für APRIL/mag

6 Kommentare

Kommentare

  1. lykke sagt:

    was für eine traumhaft wohnung, so hell und groß, wunderschön!

  2. käthe sagt:

    ein fantastischeR oRt.
    wow.

  3. Alma sagt:

    süperliebe sowieso – und so ein feiner hintergrund dazu!

    <3 danke!

  4. christel sagt:

    unfassbar guter geschmack!

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