Archiv Kategorien: einladen

gestrandet

01

Die Entfernung zu sich selbst, bemisst sich in Sandkörnern. In Volumina an Meerwasser, das einen umgibt. Wie weit weggespült man wird vom Rest der Welt, hängt einzig davon ab, wie es gelingt den Robinson Crusoe in sich selbst freizuschaufeln. Sand, extrem viel Sand, hilft beim Schaufeln. Sand ist so zu sagen unser Freitag.

Menu für Gestrandete:

Wasser-Melonen-Drink

Mango-Salat

gegrillte Makrele

gegrillte Früchte mit Cème fraîche

Packliste für 4 Personen: 2 Mangos, eine Chili, 300 g purierte Wassermelone in eine Flasche abgefüllt, 1,5 l Zitronensoda oder Zitronenlimonade, 4 Makrelen, 4 – 8 Zitronen, Eisbergsalat/Gurke/Tomate/3 rote Zwiebeln + Vinaigrette in ein kleines Marmeladenglas abgefüllt, 1 Ananas, 4 Nektarinen, 1 Becher Crème Fraiche mit 3 TL Vanillezucker verrührt, außerdem: ein Grillrost/Anzünder, Feuerzeug, ein Brett und scharfes Messer, 4 Becher, Salz + Pfeffer für die Makrele

Vor Ort: Heckenrosen und Feuerholz sammeln

02Wenn der Sommer übersprudelt, dann hat man alles richtig gemacht!

Für einen Wassermelonen-Drink den Saft einer Zitrone mit ca. 300 g Wassermelone purieren und mit einem Trichter in eine Flasche füllen. Entweder mit Zitronengeschmack aromatisiertem Minerwalwasser oder mit Zitronenlimonade aufgiessen – je nach Geschmack. 

03Augen auf im Ferien-Gebiet: Heckenrosen säumen die Wege vieler Gestrandeter. Ist man fündig geworden, kommen nur die schönsten Blütenblätter in den Salat. Ansonsten Mango-Würfel nur mit Chili mischen – bei sofortigem Verzehr nicht besonders scharf, je länger die Ziehzeit desto schärfer wird die Mango.

04_1Es ist nicht gerade so, als hätte man als Gestrandeter nichts zu tun. Man muss Feuerholz sammeln und große Steine für die Feuerstelle. Die Fische fängt man daher lieber im letzten Supermarkt vor der einsamen Insel. In unserem Falle standen wir zivilisationsverwöhnt vor der schwierigen Aufgabe, dass die Makrelen erst noch ausgenommen werden mussten. Dafür hat der Freitags-Fotograf die Kamera einen Moment lang beiseite gelegt. Der nächste Bilder-Tagebuch-Eintrag setzt erst wieder mit dem Waschen der Fische im Meer ein. Denn es liegt in der Natur der Sache, dass Gestrandete nicht überall gleichzeitig sein können. Das ist ja das Herrliche…!

05Am Ender eines viel zu kurzen Tages legen wir noch einmal Holz nach. Und süsse Früchte auf das Feuer. 

06Dieser Küstenabschnitt ist für immer gesperrt. Für alle Alltage. Außer Freitage.

 

 

© Fotos: Knut Koops für APRIL/mag

5 Kommentare

In einem fernem Land

Warum in die Ferne schweifen?

Sieh, die Ferne liegt so nah.

Lerne nur das Glück ergreifen.

Denn das Glück ist immer da.

(frei nach Goethe)

Auf einem Grünstreifen finden wir das ferne Land. Man kommt mit dem Fahrrad dorthin. Nur ein einziges Mal braucht man umzusteigen – auf fliegende Stoffe… und das Pic-nic in Bollywood kann beginnen. M I T

NUDELSALAT: aus 250 g Tomaten einen Tomatensalat mit Vinaigrette und einer handvoll Basilikum herstellen. 500 g Pasta (Orecchiette) kochen und abgekühlt mit dem Tomatensalat vermischen. Eine frische kleine rote Beete hineinreiben und alles vermischen. Warten bis der Farbrausch beginnt.

BRUSCHETTA mit Bohnenpuree & Tomaten-Oliven: 1 italienisches Landbrot in Scheiben schneiden und bei 200 ° C im Backofen 15 Minuten goldbraun rösten. Für das Bohnenpuree eine Dose Butterbohnen mit 25 g Mandeln, 25 g Parmesan, einer Handvoll Basilikum, einer Knoblauchzehe und 50 ml gutes natives Olivenöl im Mixer zu einer cremigen Masse verarbeiten. Das Bohnenpuree in eine Schüssel geben und mit einem Schuß Olivenöl übergiessen und Basilikum garnieren. Für das Tomaten-Topping 500 g reife Tomaten hacken, 50 g schwarze Oliven ohne Kern klein hacken, mit den Tomaten vermischen. Eine handvoll Basilikum klein hacken und mit den Tomaten vermischen. Mit Salz & Pfeffer abschmecken und 1 EL Olivenöl darüber geben.

RAW-Tabbuoleh mit grünem Spargel: 1 Bund Petersilie, eine kleine handvoll Minzeblätter, 1 kleine Bund Koriander waschen, Blätter zupfen und im Mixer mit 50 g Cashewkernen zu einer cremigen grünen Masser verarbeiten. 1 rote Zwiebel sehr fein hacken und unter die grüne Masse mischen. Gurke gut waschen (nicht schälen) und der länge nach halbieren. Die Kerne der Gurke mit einem Löffel in beiden Hälften herausnehmen. 1 Paprika (rot) sehr fein Würfeln, 1 Packung Cherrytomaten klein schneiden und die Gemüse in einer Schüssel mit Salz und Pfeffer vermischen. Kräuter-Nuß-Mischung mit dem Gemüse vermischen. Den grünen Spargel waschen, die Enden abschneiden und mit einem Sparschäler in hauchdünne Streifen schneiden. Die Spargelstreifen frisch vor dem Verzehr über das Gemüse legen – sommerlich leichter Salat.

In den fernen Ländern sind es nicht die Leute, die über den Tag entscheiden. Es ist der Tag, der sich entscheidet, was er den Leuten bringen wird. Uns bringt er sommerliche Früchte & Zitronentarte…

ZITRONENTARTE: für den Teig 200 g Mehl mit 100 g Zucker, einer kleinen Prise Salz und 250 g weicher Butter mit den Händen verkneten. Den Teig in eine Tarteform drücken mit 2 -3 cm Rand. Ofen auf 200 ° C vorheizen und den Boden 15 Minuten vorbacken. In der Zeit für die Füllung 4 Eier mit 120 g Zucker mit dem Handrührgerät schaumig schlagen. Die Schale von 2 großen Bio-Zitronen reiben und die Schale in die Ei-Zucker-Masse geben. Die beiden Zitronen auspressen und den Saft ebenfalls unter die Masse mischen. Die Füllung auf den vorgebackenen Boden geben und beides zusammen weitere 10 Minuten im Ofen backen. Wenn man mag, die abgekühlte Tarte mit Puderzucker bestäuben und Beeren bestreuen.

Wir wünschen Euch schöne Sommerferien. Ob nah oder fern!

 

 

Danke an unsere Freunde, die uns immer auf eine Reise mitnehmen.

 

 

 

 

 

© Fotos: Knut Koops für APRIL/mag

 

 

 

 

 

 

4 Kommentare

Im Garten

Garten-Tag

2_2

4_1

5_1

Macht Ihr mit, beim nichts machen? Den Mai einfach Mai sein lassen. Planlosigkeit als erstrebenswertes Ziel – was meint Ihr? Alles ignorieren, was weiter weg ist als morgen. Sich ein dicht bewachsenes Plätzchen suchen, an dem sich eine Blättergardine zu ziehen lässt. Um dort die Grashalme zu zählen. Die Käfer machen lassen. Planvolle Planlosigkeit. Grünes Grün. Was will man mehr?  Eine Einschränkung gibt es da allerdings schon noch. Und zwar, wenn das Immunsystem hysterisch auf das blühende Leben reagiert. Und das ist ja bei nicht so wenigen der Fall (bei mir übrigens auch). Hier muss dann nur noch das Immunsystem zu seinem Glück gezwungen werden. Mit chemischen Substanzen. Damit es sich auch mal entspannt. …und habt Ihr jetzt noch einen Plan? Ich hoffe, ich habe genug Verwirrung gestiftet, um Euch davon abzubringen. Denn kein Plan ist doch ein guter Plan. An freien Mai-Tagen.

Limonade222333444Eine Ausnahme lassen wir beim Nichts-Tun durchgehen: Das Aufbrausen ist schon sehr ok!

Rote Brause: Sirup einkochen aus 250 g Himbeeren, 300 ml Wasser, 75 g Zucker → alles aufkochen, 30 Minuten leise köcheln lassen, Herdplatte ausstellen. Das Sirup dann 1 Stunde ziehen lassen und dann durch eine feines Sieb geben. Dann Sirup mit Sprudelwasser im Verhältnis 1:4 aufgiessen.

Gelbe Brause: ich habe das Orangensirup für die Joghurtshots aus dem Frühlings-Frühstück von vor einem Jahr gekocht und es dann mit Sprudelwasser aufgegossen: 100 g heller Rohrzucker, 4 EL Wasser, Saft und Schale einer Bio-Orange → alle Zutaten  in einen kleinen Topf geben und auf kleiner Flamme dickflüssig und leuchtend Orange einkochen. Erst abgekühlt mit dem Sodawasser vermischen.

Garten-Tag666Euch allen ein schönes Pfingstwochenende.

© Fotos: Knut Koops für APRIL/mag

3 Kommentare

sunny side up

Januartage sind wahrhaftig nicht das Gelbe vom Ei. Aber wir haben die Antwort auf den endlos-Januar gefunden. Sie heißt Korean Cuisine. In den hell leuchtenden Räumen des YamYam haben wir Kurzweiligkeit serviert bekommen. Und Bibimbab. So ging die Sonne auf. Sunnysideup und darunter spicy Gemüse auf Reis. Manchmal braucht es nur ein Spiegelei für einen hellen Moment. In dem ich mich allerdings auch fragte: Wie konnte ich nur KimChi ganz vergessen? Voller Vitamine, probiotisch wegen der Fermentierung und P E N G da sind sie wieder, die erwachten Lebensgeister! Deshalb hier der Wochenend-Aufruf: Macht KimChi – die grauen Tage sind noch nicht vorbei!

Hello Korean Cuisine, danke YAMYAM!  Alte Schönhauser Str. 6 /// 10119 Berlin

©Fotos: Knut Koops für APRIL/mag

 

4 Kommentare

Zeit zu Backen

Alle Jahre wieder erscheinen in der Brigitte diese Keks-Special-Beilagen und zum Thema Plätzchen gibt es ja 1000de von Ideen und Vorschlägen. Bis zu mir rumgesprochen haben sich 4 Favoriten. Jeder mit einem Eigenleben… wie der Rosmarin-Bruch, der mich mal aus der Keksdose einer Freundin so anduftete, dass ich mich beherrschen musste, mir nicht damit die Hosentaschen voll zu stopfen. Sie bestehen aus: 2-3 Rosmarin-Zweigen / 250g Butter / 1 TL feinem Meersalz / 300 g Dinklemehl (Type 630) / 150 g braunem Rohrzucker

1. Rosmarin, Butter und Salz ca. 1 Minute unter Rühren köcheln lassen. Vom Herd nehmen und den Rosmarin etwa 1 Stunde darin ziehen lassen. Rosmarinzweige entfernen und die Butter kalt stellen, bis sie wieder fest ist. 2. Zitronenschale reiben. Mehl, 120 g Zucker und Zitronenschale in einer Schüssel mischen. Die Rosmarin-Butter in Flocken dazugeben. Alles zu einem glatten Teig verkneten. 3. Den Teig zwischen 2 Lagen Backpapier etwa 1/2 cm gleichmäßig dick ausrollen (die Teigränder dürfen nicht zu dünn werden). 4.  Ofen auf 200 Grad / Umluft 180 Grad vorheizen. Teigplatte mit dem Backpapier auf ein Backblech ziehen, mit einer Gabel mehrmals einstechen und den restlichen Zucker darüberstreuen. Auf der unteren Schiene im Ofen etwa 14-16 Minuten goldbraun backen. Herausnehmen, ganz abkühlen lassen und in Stücke brechen.

Vanillekipferl gehören ja wohl in jedes Advents-Set! Der Klassiker besteht aus folgenden Zutaten: 200 g Mehl, 80 g Zucker, 175 g kalte Butter, 2 Eigelb, 100 g gemahlene geschälte Mandeln, Mark von 2 Vanilleschoten, 1 Prise Salz, 6 – 8 Tüten Bourbon-Vanillezucker

1. Alle Zutaten (bis auf Vanillezucker) erst mit den Knethaken des Handrührers, dann mit den Händen zu einem glatten Teig verkneten. Teig in Frischhaltefolie ca. 2 Stunden in den Kühlschrank legen. 2. Ofen auf 180 Grad / Umluft 160 Grad vorheizen. Vom Teig kleine Kügelchen formen und daraus die Typischen Monde formen und auf Backblech mit Backpapier legen. 3. Die Kipferln im Backofen ca. 15 Minuten backen (sollen hell bleiben). 4. Die Kipferln noch warm vorsichtig im Vanillezucker wälzen.

Und hier die Zutaten für lecker Nuss-Schnitten: 50 g Butter, 120 g Zucker, 60 g Agaven-Sirup (oder helles Zuckerrübensirup, oder Honig), 100 g Sahne, 300 g Haselnüsse gehackt, 100 g Haselnüsse gemahlen, 150 g Kuvertüre Zartbitter /// für den Teig:  100 g Butter, 60 g Puderzucker, 1 Prise Salz, 1 Ei, 180 g Mehl, 30 g Haselnüsse gemahlen

1. Alle Zutaten für den Teig zu einem glatten Teig verkneten und 1 Stunde in den Kühlschrank stellen. Ofen auf 180 Grad / Umluft 160 Grad vorheizen. Den Teig auf Backblech mit Backpapier legen und mit den Händen platt drücken. 2.  Für den Belag alles außer die Nüsse unter Rühren bei kleiner Hitze ca. 4 Minuten kochen lassen. Die Masse nicht zu dunkel werden lassen, sonst wird der Karamell bitter. Den Topf von der Kochstelle nehmen und beide Nusssorten unterrühren. 3. Nussmischung auf dem Teig verteilen. Im Ofen auf der untersten Schiene etwa 20 Minuten backen. Etwas abkühlen lassen und mit einem scharfen Messer schneiden. 4. Die Kuvertüre grob hacken und in einer kleinen Schüssel im heißen Wasserbad schmelzen lassen. Nussschnitten an einer Seite in die Schokolade tauchen und auf Kuchengittern trocknen lassen.

Das ist unser Top-of-the-Plätzchen! Es ist das Keks-Rezept aller Großmütter nördlich der Elbe und heißt Heidesand… schmeckt schlimm süchtigmachend (karamellig, mürbe mit grobem Meersalz). Kurz: Heidesand ist keine Empfehlung, Heidesand ist ein Gedicht. Zutaten: 300 g Butter, 400 g Mehl, 175 g Zucker, 1 Tüte Bourbon-Vanillezucker, 1 TL grobes Meersalz, 2 EL Zucker zum Wälzen

1. Die Butter bei kleiner Hitze schmelzen und leicht bräunen lassen. Dadurch bekommt der Teig sein karamelliges Aroma. Die Butter abkühlen und wieder fest werden lassen. 2. Die kalte Butter mit den Quirlen des Handrührers cremig aufschlagen. Mehl, Zucker, Vanillezucker und Salz dazugeben.Zuerst mit den Knethaken des Handrührers, dann mit den Händen zu einem glatten Teig verkneten. Den Teig zu viereckigen Stangen formen, in Frischhaltefolie gewickelt für ca. 30 Minuten in den Kühlschrank stellen. Dann die Teigtangen in Zucker wälzen. 3. Den Backofen auf ca. 180 Grad / Umluft 160 Grad vorheizen. Die Teigstangen mit einem scharfen Messer in ca. 8 mm dicke Scheiben schneiden. Die Scheiben vorsichtig mit etwas Abstand auf mit Backpapier ausgelegte Backbleche legen. Etwa 12-15 Minuten hellbraun backen und auf einem Kuchengitter abkühlen lassen.

4 Kommentare

zu Besuch mit Apfelkuchen

Der nächste Tag auf dem Land steckte noch voller Abenteuer. Der Jungbulle Ulrich, der sich als Rasenmäher ausgeliehen wurde, war nur eines davon. An Herbsttagen wie solchen, an denen die Sonne noch wärmt, das Licht aber schon tiefer steht, da läuft alles so rund. Man muss nichts weiter tun, um belohnt zu werden. Es fallen einem von alleine die reifen Früchte in den Schoß. Ab und zu braucht es nur eine kleine Räuberleiter, die  dabei hilft von der Hand in den Mund zu leben. Apfelernte! Gut zu wissen, dass jeder etwas von der Erntezeit hat: Das tolle Netzwerk mundraub.org ist sozusagen die Räuberleiter für alle, die keinen eigenen Garten haben. Es sammelt und teilt Orte, an denen Obstbäume allen gehören! Die Idee und der Einsatz bekommen von mir einen extra-dicken Erntedank…

Nach dem Kuchenessen war dann leider Abfahrt. Das war schwer. Aber der Kuchen, der war wirklich ganz leicht. Rezept für den schnellsten Apfelkuchen der Welt: 4-5 feste säuerliche Äpfel (je nach Größe), 1 Zitrone, 2 Eier, 250 g Zucker, 1 Päckchen Vanillezucker, 100g flüssige Butter, 100g Mehl, ½ Päckchen Backpulver, 100 ml Milch 1. Ofen auf 180° Grad vorheizen. Die Springform (ø 26, fest verschliessbar, weil der Teig ziemlich flüssig ist) mit Butter einfetten und mit Mehl bestäuben, überschüssiges Mehl rausklopfen 2. Zitrone auspressen. Äpfel schälen, vierteln, entkernen. Hauchdünne Scheiben schneiden, gerne auf der Gemüsehobel. Über die Apfelscheiben in einer Schüssel schnell mit den Zitronensaft geben, damit sie nicht braun werden. 3. Nun alle übrigen Zutaten zu einem Teigverrühren, Apfelscheiben unterheben und in die Form geben. 4. ca. 40 Min goldbraun backen – am liebsten noch warm essen! (Originarezept: Torta di mele aus dem Buch Toskana: Küche, Land und Leute)

1 Kommentar

zu Besuch

Wir sind Vollzeitstädter. Teilzeit wäre schöner. Aber wir wollen nicht undankbar sein. Nicht jetzt! Da wir Herbst haben. Und Freunde, die wir besuchen dürfen (Dankbar-Nr. 1). Zur Erntezeit kochen wir zusammen Erntesuppe. Samstagmorgen habe ich das bunte Herbstgemüse auf dem Markt besorgt (hier). Das war gut, weil auf Märkten auch in der Stadt Jahreszeit passiert (Dankbar-Nr. 2). Und außerdem erklärt mir dort die nette Marktfrau vom Biohof in Brandenburg: „Das ist Schafsgabe! Für Tee, schmeckt gut, ist gesund“. Da konnte ich es natürlich nicht liegen lassen, das Sträußchen. Die Marktfrau kann ja nicht wissen, dass ich mich auf’m Sprung ins Schafsgaben-Land befinde. Und ich nicht, dass es gut ist, heißes Wasser darüber zu kippen. Ist es aber… (Dankbar-Nr.3)

Die Ernte-Gaben legen wir auf den Tisch.  An dem kommt keiner vorbei: rein und raus, ich hab‘ Durst, ich hab‘ Hunger, darf ich auch eine Möhre schälen? Ja, Du darfst! (Dankbar-Nr. 4) Und ich wüsste gerade nichts, was schöner aussehen könnte als dieses Stilleben… (Dankbar-Nr. 5)

Bohnen vom Markt in 3 Farben (Dankbar-Nr. 6). Ein goldener Herbst-Tag (Dankbar-Nr. 7)

Die Pastinake kriegt die Beine ab, wird in Stücke geschnitten und kommt rein in den Topf – ob die dafür dankbar ist? In Vorchristlichen Zeiten wurde noch mit Opfer-Darbringung für die Ernte gedankt. Die Zeiten sind vorbei (Dankbar-Nr. 8). Rezept für die Ernte-Suppe: Gemüsezwiebel und Knoblauch andünsten. Gewürfelten Bio-Speck dazugeben und eine Weile schmoren. Dann das Gemüse (Bohnen, Kürbis, Kartoffeln, Pastinake, Möhren) in den Topf geben und alles zusammen weiter anschmoren. Mit Gemüsebrühe aufgießen und solange köcheln lassen, bis das Gemüse bissfest gegart ist. Schmeckt herzhaft wärmend! (Dankbar-Nr. 9)

Gleich liegen die Herbst-Farben auf dem Teller. E R N T E  S E I  D A N K

Das Wagenrad-Brot habe ich zum ersten Mal gebacken und es ist auf anhieb etwas geworden (Dankbar-Nr. 10). 

Rezept für ein Wagenrad-Brot: 1 kg Weizenmehl, 4 gestrichene TL Salz, 1 Würfel Hefe, 640 ml lauwarmes Wasser, 2 EL Honig, Sonnenblumenkerne, Mohn, Kürbiskerne, Sesam 1. Ofen auf 240° Grad vorheizen. Honig und Hefe in einer Schale mit einem  Teil des Wassers auflösen 2. Mehl mit dem Salz vermischt in eine Schüssel geben, eine Kuhle hineindrücken  und Hefewasser hineingiessen und verrühren 3. Nach und nach das restliche Wasser hinzugeben (evtl. noch etwas Mehl und Wasser hinzugeben: Teig soll elastisch sein). 5 Min durchkneten 4. Teig 45 Min. ruhen lassen, er soll sich verdoppeln. Schüssel mit einem feuchten und einem trockenem Tuch abdecken. 5. Tischfläche einmehlen und Teig noch einmal kurz durchkneten, damit Luftblasen verschwinden 6. Ein Backplech mit Backpapier bereitstellen, immer eine Handvoll Teignehmen und zu Kugeln formen. Mit der mitleren Kugel beginnen, darum herum einen ersten Kreis legen, dann den zweiten 7. Das Wagenrad mit einem Tuch abdecken und nochmal 30 Min. ruhen lassen. 8. Jedes Brötchen mit Wasser befeuchten und mit unterschiedlichen Kernen bestreuen. ca. 20 – 30 Min goldbraun backen. TIP: Schmeckt auch aufgebacken wunderbar.

An nur einem halben Tag schafft man es locker in den 2 Stelligen Bereich mit der Danbarkeit. In der Erntezeit!

 

©Fotos: Knut Koops für APRIL/mag

 

2 Kommentare

il manifesto # 2

Rational ist ein Urlaubs-Ende in Sicht. Emotional ist da nichts als ein Zimmer mit Aussicht. Jeder sieht eben, was er sehen will. Im Urlaub geht mit dem Herzen gucken ja auch irgendwie ganz einfach. So wie mit dem Gaumen zu sehen (die klösterliche Einfachheit der ligurischen Küche). Und mit den Augen zu schmecken (die Topographie der ligurischen Speisekarte). Die Wegweiser dieser Landschaft sind Teigwaren und Käse. Mit ihnen lässt sich auch die nächste Idylle nicht verfehlen (das autofreie Nachbardorf Lingueglietta). Und man lese und staune: die Idylle lässt sich von Cipressa aus mit den Füssen erlaufen. Urlaub eben!

Homemade Gnocchi (Grundrezept hier) mit kaltem Tomatensugo, Salbei-Butter und/oder Zucchini sind unser Sommer-Nachschlag!

Sommer, Sonne, Melone! Die hier bekennt sich mit einem Tattoo zu ihren Wurzeln. Ganz eventuell liegen die im Val di Vara, wo der biologische Anbau so stark ausgeprägt ist, dass es auch das Bio-Tal genannt wird. Und was im Urlaub ist, stimmt zu Hause immer noch: Bio-Melonen schmecken nach Melone – verrückte Sachen gibt es, oder?!

Petri Heil! Wer aus dem Fenster angelt, ist erfolgreicher als am Meer. Der eine Fisch, der darin schwimmt, kam letzte Woche schon vorbei. Man hat ihn voll p.c. seiner Wege schwimmen lassen. Aber die Bäume, die hängen voll. Was sonst noch so fies ist auf der Welt? Dass wer in den Ferien Geburtstag hat, ins riesige Sommerloch plumpst. Auf dem Geburtstagskuchen aus der Pfanne landen Sommerkinder aber weich und vor allem süß. Das liegt an der original italienischen Nougatcreme-Füllung aus dem Piemont. Denn wer Geburtstag kann, der kann auch feiern. Cin cin!

Ferien-Grüße von B :-) p.s. auf keinen fall zu vergessen: mille grazie an ihr wisst schon!

 

©Fotos: Knut Koops für APRIL/mag

keine Kommentare

il manifesto

Wisst ihr, was ihr letzten Sommer getan habt? Wir waren in einem Landschafts-Gemälde. Mitten drin kochten, redeten, aßen wir, tranken Wein, und Kinder liefen darin umher… Der Geruch einer wunderbaren Welt stieg uns durch das geöffnete Küchenfenster in die Nasen. Die Welt der Küchenkräuter. So kam es, dass sich in einer 240 Meter über dem Mittelmeer gelegenen Küche im ligurischen Bergstädtchen Cipressa, unweit der italienischen Hafenstadt Genova, jeden Tag das gleiche zusammenbraute… Langweilig? Nein, das war es nicht. Es war Pesto alla genovese! Es gibt jene, die meinen es handele sich um eine Allerwelts-Sauce. Dabei ist es die einzige Sauce, die aus nichts weiter besteht als Licht, Luft und Duft. Ok – kurz auf Anfang gestellt – blicken wir mal zurück! Wir sehen einen Urlaub. Und wir sehen einen Selbstversuch. Denn Lichtnahrung halten wir nun für ein glaubwürdiges Konzept. Weniger eine Illusion, als viel mehr ein reales Produkt der italienischen Küche… zumindest jener, in der wir kochten!

Die italienische Küche hat die Sonne auf ihrer Seite. Die macht sie leicht, sendet ihr High-light, das native Olivenöl extra. Das schwebt schwerelos und glänzt nie hüft-golden. Es hält im Pesto den Duft der Landschaft fest. Seit Jahrhunderten ist die Sonne der Reichtum der ligurischen Täler. Der schmale Küstenstreifen mit seinem gebirgigen Hinterland bietet nur wenig Raum für Landwirtschaft. Doch wurde die Region mit einem Klima beschenkt, das Mensch und Botanik motiviert ihr Potential voll auszuschöpfen. Trockenmauern und Terrassen sind von Menschenhand errichtet, dass Gemüse, Früchte und Oliven ihren intensivsten Geschmack entfalten mögen. Und das Ende dieses Urlaubs-Tages brachte ein befriedigendes Ergebnis: Kichererbsen-Pfannkuchen mit geriebener Zucchini sind absolut licht- und luftdurchlässige Geschmacks-Träger!

Jeden Tag Insalata. Jeden Tag Pesto. Nie der gleiche Geschmack. Beim Einkauf im Alimentari, dem kleinem Lebensmittelgeschäft im Zentrum von Cipressa, erzählt die Ladenbesitzerin uns täglich, was die Bauern ihr morgens zum Verkauf gebracht haben. Nie hätten wir gewagt, nach anderen Produkten zu greifen. Ein echt nachhaltiges Lehrstück in Regional ist 1. Wahl. Erzeugnisse aus benachbarten (italienischen!) Provinzen wurden schon als Import deklariert. Das ist der tiefe Stolz auf die eigene Küche: kein aufgesagter, ein verinnerlichter und natürlicher Stolz, der zur kulinarischen Tradition gehört. „Kein anderes europäisches Land hat so viele Lebensmittel mit geschützter und garantierter Herkunftsbezeichnung wie Italien – vom Apfel bis zur Zwiebel, vom Olivenöl über den Wein bis zu Brot, Käse und Schinken. Essen ist hier Kulturgut. (…) Die persönliche Beziehung zwischen Produzent und Konsument ist im agrarisch geprägten Italien tief in der Lebenskultur verwurzelt“ (in: Zeit-online, Bio trägt auch zum gesellschaftlichen Wandel bei: März 2012).

Ausflugs-Tip: Hier überfallen einen spontane Aussteiger-Fantasien: im pitoresken Selbstversorger-Dorf Torri Superiore nahe der französischen Grenze. Schön, dass es so etwas gibt!

Trofie ist die Pastaspezialität der ligurischen Küche und ganz einfach die passende Nudel zu unserem Projekt. Sich eine Zucchiniblüte darauf zu backen, ist an der Blumenreviera mehr Pflicht, denn Kür! Es werde Licht, und es wurde Italien. In diesem Sinne viele Urlaubs-Grüße, B

P.S.: Danke an unsere Freunde, die jeden Abend kochten, während Knut fotografierte und ich quatschte :-)

 

 ©Fotos: Knut Koops für APRIL/mag

3 Kommentare

Kaffeeklatsch auf der Koppel

Wie kalt war der Mai bitte? Aber jetzt! Das Thermometer klettert entschlossen in den zweistelligen Bereich. Heißt: wilden Aktionismus an den Tag legen. Ein Bad in der Wiese nehmen. Unbesetzte Koppeln stürmen. Endlich mal wieder grasen…

Gänseblümchen, das; eines der ersten Frühlingsboten. Überall dort zu finden, wo man auf`s ganz kurze Gras kommt. Schmückt die Wiesen Mitteleuropas. Der Korbblütler hat unendlich viele Bezeichnungen. Mein persönlicher Lieblingsname: Tausendschön. Und ja, Gänseblümchen darf man essen! Die halb geöffneten Blüten und Knospen schmecken leicht nussig. Die geöffnete Blüte schmeckt leicht bitter. Deshalb wird sie häufiger im Salat verwendet, als auf Zuckerguss. Aber Miss Daisy und ihr Confiseur sagen dazu: Schöne Frühjahrskur! Denn Bitterstoffe sind gesund. Und schöne Frühjahrskuren haben jetzt Hochzeit. Auf Muffins, Marmelade, Kaltschale, Suppe oder Butterbrot – essbare Blüten machen gute Laune. Gerne einem netten Menschen überreichen…

TIP: Die Gärtnerei Essbare Landschaften in Mecklenburg Vorpommern beliefert Spitzen-Restaurants mit essbaren Blüten. Im online-Shop gibt es neben anderen Blüten und Wildkräutern auch ein Mix aus Tausendschönchen.

Gäste warten im Garten? Nicht ohne unsere farbenfrohen Glasuntersetzer! Einfach die nächste Kaltfront abwarten und in familiärer Produktionskette farblich sortierte Bügelperlen auf kreisrunde Unterlagen puzzlen. Schweißt nicht nur die bunten Perlen zusammen…

 

 ©Fotos: Knut Koops für APRIL/mag

1 Kommentar