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Shakshuka (Burger)

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Shakshuka  (شكشوكة) ist tunesischen Ursprungs* und das Gericht des Spätsommers und Frühherbstes – meist als herzhaftes Frühstück zubereitet. Eines besonderen Abends haben wir unsere Variante von Shakshuka zusammen gekocht. Es war der letzte Abend unseres Urlaubes. In Ermangelung an Tellern wurde der Shakshuka-Burger geboren – das Paprikagemüse und Ei zwischen großes kroatisches Weißbrot gefüllt. Wir haben uns dafür das schönste Plätzchen ausgesucht, das wir uns denken können und uns vorgemacht, dass es vielleicht ewig dauern wird. Doch nichts dauert ewig, auch nicht das Kochen auf einer Mini-Feuerstelle. Aber die kleine Feuerstelle hat alles gegeben. Und so lautet das Geheimnis eines gelungenen Shakshukas alles auf kleiner Flamme köcheln. Wenigstens eine gefühlte Ewigkeit.

*mit Ottolenghis Jerusalem ist Shakshuka zu Berühmtheit gelangt – kein Blog, in dem es nicht gekocht wurde. Ottolenghi selbst verweist auf den tunesichen Ursprung des Shakshuka-Gerichts. Dazu passt eine kleine Anekdote: Meine Freundin (die nicht mehr wie ich im Prenzlauer Berg wohnt) hat mir erzählt, „Bodil, wusstest Du, dass im Prenzlauer Berg jetzt nur noch Essenseinladungen mit dem Zusatz Alles – außer Ottolenghi ausgesprochen werden?“ Das wusste ich nicht. Gut dass der Prenzlauer Berg hier weit weg war ;) und das Gutes auch ein paar Bestseller weiter noch gut ist.

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…goldene Maiskolben sind das Gemüse des Spätsommers. In Kroatien wird frisch geernteter Mais von jedem, der ein Fleckchen Erde und einen Klappstuhl besitzt zum Verkauf auf Dorfplätzen, an Schnellstraßen und Serpentinen angeboten. Es ist der beste Mais, den man sich vorstellen kann. Beim Entblättern des Maises musste ich daran denken, dass mir mal jemand erzählt hat, dass man Maisbärte rauchen kann (inzwischen hab`ich es gegoogelt: es stimmt – Maisbärte sind die gesündere Alternative zu Tabak und angeblich eine Hilfe, wenn man sich das Rauchen abgewöhnt.) Wir haben aber rumgespießt und nicht auch noch die Bärte angezündet, stattdessen den Mais lieber im Olivenöl (ebenfalls kroatisches aus privater Herstellung) angeröstet, mit Salz bestreut und als Vorspeise genossen.

Tip: angeröstete Maiskörner mit einem Messer vom Kolben lösen und als leckeres Topping für Salate, Suppen – oder wie in unserem Fall – für Shakshuka verwenden.

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Shakshuka – auf diese Art:

Zutaten

dreierlei Arten Paprika (rot, hellgrün, spitz)

3 EL Paprikapulver (mildes)

4 EL Ajvar (mildes)

1 große weiße Zwiebel

2½ EL Olivenöl

Salz nach Geschmack

200 ml passierte Tomate

4 Eier

1 handvoll große aromatische Basilikumblätter

ein großes Weißbrot (entweder dazu, oder als Sandwich)

eine Feuerstelle mit Pfanne (wir haben dieses Set verwendet, allerdings anstatt mit Feuerholz mit Grillkohle, weil die Grillkohle die Hitze länger hält und kein Holz zur Hand war)

optionales Topping:

frischen angerösteten Mais

glatte Petersilie

eingelegte Paprika

Zubereitung

1. Die Zwiebel und Paprika in kleine Würfel, aber nicht zu fein, schneiden. 2. 2 EL Olivenöl erhitzen und darin die Paprika-Zwiebelmischung anrösten. Wenn das Gemüse gut angeröstet ist, alles  mit 2 EL Paprikapulver überstreuen und 4 EL Ajvar durchmischen und ein paar Minuten weiterrösten. 3. Mit der passierten Tomate angießen, alles durchmischen und ebenfalls ein ein paar Minuten gemeinsam schmoren. Nun mit Salzabschmeckken, ggf. noch etwas Paprikapuver hinzugeben und mit einem halben Esslöffel Olivenöl besprenkeln. 4. Wenn alles gut angeschmort ist, rundeherum ein Ei an der Pfanne aufschlagen und vier Spiegeleier in die Pfanne setzen. Die Shkashuka ist fertig, wenn das Ei restlos gestock ist. 5. Vor dem Servieren mit Basilikumblättern bestreuen. Entweder im Brot anrichten oder auf dem Teller und das Brot dazu servieren.

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Spätsommer zelebrieren mit Feuer und Shakshuka.

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Kroatien / Plitvička Jezera

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Die Ferien neigen sich dem Ende. Aber es liegen auch noch fünf Wochen Sommer vor uns! Und so starten wir wohlgemut und bereichert durch Urlaub, Freunde und Familie in den Alltag. Bei mir wirkt das Ferienende fast schizophren euphorisierend – wisst Ihr, was ich meine?! Ich erkläre es mir damit, dass der wahre Jahreswechsel in Wirklichkeit jetzt ist: Die ca. 12 Monate bis zum nächsten Sommerurlaub beginnen jetzt und sie liegen frisch und blütenweiß wie unbeschriebene Schulhefte ohne Eselsohren kariert und liniert vor uns. Der Indianer-Kalender spricht: Wenn Du aus dem Land des Sommerurlaubs zurückkehrst, beginnt ein neuer Jahreskreis mit 12 Monden.

Urlaubserzählungen bahnen sich im wilden Durcheinander ihren Weg in die Wiedersehensfreude. Wenn Ihr Lust habt, mischen sich unsere dazu und es beginnt der erste Teil unserer Reise. Mit Kroatiens unglaublichen Nationalpark Plitvička Jezera. Der Ort, an dem vor einem halben Jahrhundert Winnetous Schatz im Silbersee verfilmt wurde.

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Plitvička Jezera muss man sich mit 20.000 weiteren Besuchern am Tag teilen. Es wäre auch vermessen dieses Wunder der Natur für sich allein haben zu wollen. Es hilft aber sich auf all die wunderschönen Details in einer Art Meditation zu konzentrieren – so rutschen die  Besucher-Massen wie unwichtige Statisten durch die Maschen der Wahrnehmung. Und man ist in einem ganz anderem Film. Der heißt Auf den Spuren Winnetous, bei den Kindern spielt die Hauptrolle darin Yakari. Fischschwärme im glasklarem Wasser, auf die seit den 1970er Jahren keine Jagd mehr gemacht wurde (Plitvička Jezera wurde 1979 als eines der ersten Naturdenkmäler weltweit in das Unseco Weltnaturerbe aufgenommen), haben sich jede Scheu abgewöhnt. Und man staunt, dass es vor Generationen von Fischen tatsächlich möglich gewesen sein muss, Fische mit der bloßen Hand zu fangen. Der Versuch ist strengstens verboten – das verstehen wir natürlich. Aber nur schweren Indianerherzens.

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Herzlich Willkommen im neuen Jahr – das nach biografischer Zeitrechnung immer nach den Ferien beginnt!

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Real Life: Am Ende des mühsamen Weges durch die staubige Prärie liegt ein Souvenir-Shop. Wir konnten den sehr süßen T-Shirts  mit Plitvice Lakes National Park-Aufdruck im 80er Jahre Design nicht widerstehen. Es war ja auch ein langer heißer Tag. Und auch ein lohnenswert schöner: Indianer-Ehrenwort.

 

 

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