Archiv Kategorien: jahreszeit

Holunder

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0605Letztes Wochenende fuhren wir Holunderpflücken. Das war schon seit einigen Wochenenden der Plan – und so gesehen ist der unentschlossene Sommer (oder anders:  Eisheilige, kalte Sofie, Schafskälte?) gar nicht schlecht – die kühlen Temperaturen haben die Blüten extra lang haltbar gemacht. Noch immer findet man Holunderblüten! Beim Pflücken habe ich mich nebenbei ordentlich verkühlt. Was mich wiederum zu einem Holunderblütentee inspiriert hat – so schließt sich der Kreis. Holunderblüten frisch aufzubrühen ist die sommerlichere Variante des alten Hausmittls – für alle die sich an einem heißen Getränk wärmen mögen.

Frischer Holunderblüten-Tee – so geht`s:

(ca. 4 – 5 Holunderblütendolden für 1, 5 l Wasser)

Die Blütendolden erst kurz vor Verwendung ernten. Die Dolden ausschütteln, um Insekten loszuwerden (evtl. kurz unter Kaltwasser abspülen). Die Blüten weitesgehend von den grünen Stielen lösen (ab- zupfen, oder schneiden), es sollen so wenig grüne Stiele in den Tee gelangen wie möglich! Die Blüten in eine Teekanne mit Teesieb füllen und mit heißem (nicht kochendem) Wasser übergießen.

5 Minuten ziehen lassen / bei Bedarf süßen.

C`est ça!

202_1 201_1 200_1Erdbeer und Holunder ist die klassische Kombination. Also haben wir unseren frisch aufgebrühten Holundertee zum Erdbeere-Marmelade-Brot genossen. Natürlich nicht zu irgendeiner Marmelade. Nein, zur zuckerfreien, super leckeren, super schnell gemachten, super gesunden CHIA-Marmelade (auf glutenfreiem Brot, aber man muss ja nicht gleich übertreiben).

gesunde CHIA-Erdbeer-Marmelade – so geht`s:

Zutaten

500 g Erdbeeren

4 EL Apfelsüße (Agavensirup, Honig – oder welche Süße man mag, nach Bedarf auch mehr)

4 EL Chia-Samen

Zubereitung

1. Die Erdbeeren waschen, das Grün entfernen und die Früchte in kleine Stücke scheiden.

2. In einem mittelgroßem Topf die Erdbeeren auf mittlerer Hitze erwärmen und die Süße hinzugeben. Die Erdbeeren zum köcheln bringen und ca. 10 – 15 Minuten bei mittlerer Hitze unter umrühren weiter kochen, so dass eine Erdbeersauce entsteht.

3. Den Topf vom Herd nehmen und die Früchte mit einem Purierstab zerkleinern – vorsichtig mit heißen Spritztern! (Man Kann auch einen Kartoffelstampfer oder eine Gabel nehmen, um die Früchte zu zerkleinern)

4. Den Topf wieder auf die heiße Herdpaltte stellen und unter ständigem Rühren die Chiasamen hineingeben, alles auf kleiner Flamme noch ein paar Minuten köchlen lassen.

5. Die Chia-Marmelade vom Herd nehmen und 10 Minuten ruhen lassen. In ein sauberes Gefäß füllen. Die Chia-Samen dicken noch weiter nach, wenn sie abkühlen. Im Kühlschrank bis zu 14 Tage haltbar.

 

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Ich weiß, es will niemand so recht hören, aber dafür ist schonungsloser Aufklärungs-Journalismus wie dieser hier schließlich auch da – um unbequeme Tatsachen wie diese aufzudecken:

Der nächste Winter kommt bestimmt.

Wer die Wahrheit kennt, kann Vorsorge betreiben. Und sich ein Depot an getrockneten Holunderblüten anlegen.

Anleitung zum Holunderblüten Tee selber machen – richtig trocknen:

Die Dolden nach dem Sammeln auf einem unbedrucktem Papier (ich haben Backpapier genommen) auslegen. Sie dürfen nicht in der direkten Sonne liegen. Nach dem Trocknen müssen die Blüten von den Stilen entfernt werden und nochmal zum Trocknen ausgelegt werden, um die Restfeuchtigkeit wirklich zu beseitigen.

Man kann die Blüten auch im Backofen bei Umluft und niedrigster Hitze (ca. 45°C) trocknen. Dabei einen Kochlöffel zwischen die Backofentür klemmen. Die Blüten müssen gut auf dem Backblech verteilt sein und ab & zu gewendet werden, damit sie nicht zu braun werden und sich die ätherischen Öle verflüchtigen.

Die Blüten sind dann gut durchgetrocknet, wenn sie fast von alleine von den Stielen fallen. Den Tee in einem Lichtgeschütztem Gefäß aufbewahren.

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Und hier noch unser aktuelles Lieblings-Frühstück von Anfang bis zum Ende der Erdbeerzeit.

Sojaghurt mit Erbeerswirl. Mmmmmh.

Zutaten für 2 Personen

500 g Sojaghurt (wahlweise Joghurt)

350 – 400 g Erdbeeren

1 EL Apfelsüße (oder Holundersirup, Honig, oder andere Süße)

evtl. etwas getrocknete Vanilleschote aus der Mühle

Sojaghurt in eine Schale füllen. Die Erdbeeren waschen und putzen und mit einem Purierstab zu Sauce verarbeiten. Die Erdbeersauce mit einem EL Sirup mischen und über den Sojagurt swirlen. Zum Schluss etwas getrocknete Vanilleschote aus der Mühle über den Erdbeerswirl streuen.

Tip: sättigender wird der Sojaghurt mit 4 – 5 EL Amaranth-Pops vermischt. Dann mit der Erdbeersauce toppen.

 

 

Schön, wieder hier zu sein. Und danke für`s vorbeischauen.

 

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Es lohnt sich auch hier vorbeizusachen:

beim Holunderblüten zu Sirup verarbeiten und mit Holunderholz schnitzen (Wahnsinn, wie lange, das schon her ist, oder?!)

und Holunder im Spätsommer & im Herbst

 

 

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A P R I L

Wann die richtige Zeit ist, weiß man nie genau.

Wo der richtige Ort ist, weiß man noch weniger.

Doch wenn man zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist, weiß man es sicher.

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für diesen Fall ist es Glück, einen randgefüllten picnic-Korb dabei zu haben

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Unser Picnic-Korb war befüllt mit:

Wasser in Flaschen mit Zironenscheiben

Baguette

einem Stück gutem Käse

Schoko-Avocado-Muffins

getrockneten Tomaten

Radischen-Tomaten-Salsa

Erbsen-Avocadomole

© Fotos: Knut Koops für APRIL/mag

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Etwas Altes, etwas Neues, etwas Geliehenes

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Hiermit lösen wir die ewige Gleichung des hohen Jahresend-Festes…. Tátátá: Altes + Neues + Geliehenes = Weihnachten! Es folgt die Auflösung in drei Schritten. 1. Bei etwas NEUEM handelt es sich um alles, was wir selber einbringen, seitdem Weihnachten nicht mehr einfach nur da ist, sondern seit wir Weihnachten selber machen. So ist NEUES auch der Schmuck, den wir selbst gekauft oder geschenkt bekommen haben, es ist ein Sammelsorium an Traditionen und Dingen der ersten Generation. Zweitens ist da das GELIEHENE. Es ist die Feierlichkeit, der Moment, den man nicht kaufen oder erben kann. Es sind die Lieder und Bräuche, die uns nicht gehören, doch die wir übernehmen und weitergeben. Das dritte ist das ALTE. Es sind die Geschichten und Erinnerung, ohne die Weihnachten aufgeschmissen wäre. ALT ist, was wir im kollektiven Gedächtnis verankert haben. Volkskunst aus dem Erzgebirge ist demnach etwas ALTES. Mit dieser Bildergeschichte verneigen wir uns vor beunruhigenden Nußknacker-Gebissen unserer Kindheit, die noch jede Nuß geknackt haben. Vor Spielzeug-Szenerien im Tannengrün, die als Blitzableiter für die große Weihnachts-Aufregung herhalten mussten. Vor Räuchermännchen, die paffend einen Geruch verbreiten, bei dem sich die Frage nach wohlriechend oder nicht nicht stellt. Dies ist die Weihnachtsformel, mit der es weihnachtet. Sehr sogar.

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Die Bergleute des Erzgebirges schnitzten schon vor Jahrhunderten für die dunkelste Zeit des Jahres Holzschmuck. So ist z.B. der berühmte Schwibbogen eine Huldigung des Lichtes, das die Bergleute im Winter nie zu sehen bekamen: morgens fuhren sie im Dunklen untertags, abends verließen sie die Stollen in der Finsternis. In Mini-Betrieben wird bis heute die kunstvolle Holzverarbeitung vollkommen von Hand ausgeführt.

drittes Bild von unten: kunstvoller Holzstern als Christbaumspitze von Martina Rudolph aus dem Erzgebirge hier

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Schneebälle machen! Moyoh-Workshop # 2

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Maja vom Berliner Kinderlabel Moyoh beschert uns mit ihrem zweiten Workshop (1st Workshop here) weiße Weihnacht. Sie hat Schneebälle erfunden, die nicht schmelzen. Und nicht weh tun. Auch der Traum von einer weißen Weihnacht erfüllt sich selbstredend nur durch das eigene Hinzutun. Und so wünschen wir uns allen nichts weiter als Fröhliches Filzen.

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H O W  T O  M A K E  A  W H I T E  C H R I S T M A S

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Das Wichtigste Utensil: weiße Wolle! In diesem Fall von glücklichen neuseeländischen Schafen

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1. Von der Wolle  kleine Flocken abzupfen und sich bereitlegen

2. Zusätzlich Wolle in Streifen zurecht zupfen und sich bereitlegen (in beiden Fällen bestimmt die Menge der Wolle, die Größe des Schneeballs)

3. Eine Schüssel warmes Wasser bereitstellen und Oliven-Seife hineinraspeln

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 1. Mit den Wollstreifen beginnen eine Kugel zu wickeln, bis man die Größe erreicht hat, die man sich für seinen Schneeball vorstellt (auch hier gilt, dass beim Filzen die Wolle schrumpft und die Kugel am Ende kleiner sein wird, als zu Beginn des Filzvorgangs)

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Schneeball mit Geräusch

Als Variante kann man in den Schneeball Geräusche einarbeiten & das geht so: Aus dem Inneren eines Überraschungseis das gelbe vom Ei mit kleinen Steinchen befüllen und dann das Überraschungsei mit weißer Wolle umwickeln. Dieser Schneeball-Plus ist ein wunderbares Babyspielzeug, aber auch einfach eine schöne Überraschung!

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1. Ein Handtuch auf der Arbeitsfläche ausbreiten und mit dem Seifenwasser befeuchten

2. Die Filzkugel, die aus den gewickelten Wollstreifen entstanden ist und die gewünschte Größe hat, in die Wasserschüssel eintauchen und mit dem Seifenwasser durchtränken

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1. Nun nimmt man sich die vorbereiteten Wollflocken zur Hand. Die Wollflocken werden nacheinander sensibel rund um die Kugel mit dem Seifenwasser und je nach Gefühl mit Extra-Seifenraspel angeklebt und glatt gestrichen. Dabei unbedingt darauf achten, dass eine gleichmäßige Oberfläche ohne Falten entsteht und die Wickelspuren der Wollstreifen darunter verschwinden. 

2. Nun kann damit begonnen werden, die nasse Wollkugel vorsichtig in den Händen zu formen, damit sich die Fasern verdichten. Beim Filzen ist es am Wichtigsten, immer mit sehr sanften Bewegungen zu beginnen. Wird zu kräftig geknetet, entsteht keine glatte Oberfläche, sondern die Fasern werden wellig und faltig. Damit sich die Fasern nicht verschieben, beginnt man sie sanft glatt zu streichen und nur mit sanftem Druck zu bearbeiten. 

filzen1. Wie im vorherigen Schritt die Kugel erneut sehr sanft zwischen den Händen formen, damit eine gleichmäßig verwobene Oberfläche entsteht. Nach einiger Zeit verdichtet sich die obere Wollschicht der der Kugel und man kann damit beginnen, kräftiger zu kneten und zu rollen, damit sich auch die unteren Wollschichten stabil verfilzen. Auf diese Weise die Kugel eine geraume Zeit (10 – 15 Min) bearbeiten. Um so länger man das Kneten der Kugel vornimmt, umso robuster verfilzt sich die Wollfaser. Während des Knetvorgangs gibt die Kugel Wasser ab. Daher immer wieder neu befeuchten und zusätzlich ein wenig Seifenflocken über die Kugel raspeln.

Maja sagt: “Filzen hat viel mit Gefühl zu tun. Die Kugel sollte immer schön geschmeidig durch die Hände gleiten”

2. Der Filzvorgang besteht im Wesentlichen in der Wiederholung und hat daher etwas meditatives. Die Kugel so lange zwischen den Händen rollen und kneten, wie es einem gefällt und bis man das Gefühl hat, die Fasern weisen eine gewisse Stabilität auf. Dann kann man  – wenn man Lust hat – auch dazu übergehen, die Kugel auf dem Handtuch zu rollen.

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1. Haben sich die Fasern zu einer stabilen glatten Oberfläche verwoben und fühlt sich die Kugel fest an, ist der Filzvorgang abgeschlossen.

2. Die Filzkugel unter fließend klarem Wasser ausspülen, bis sie von den Seifenrückständen befreit ist.

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1. Eine Schüssel mit klarem Wasser befüllen und 1 EL Essig hineinrühren und die Filzkugel im Essigwasser spülen. Die Essigsäure neutralisiert letzte Seifenreste. Dann die Kugel noch ein mal unter klarem Wasser ausspülen und sehr vorsichtig auswringen

2. Die Kugel wieder in Form rollen und an einem warmen Ort trocknen lassen

3. Mit der Nadel einen Faden an der Kugel befestigen und das Band mit einem Knoten zur Schlaufe verschliessen

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F E R T I G  I S T  D E R  S C H N E E B A L L

D E K O R A T I O N
G E S C H E N K A N H Ä N G E R 
S P I E L Z E U G

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A L L  Y O U  N E E D

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Wolle, Wasser, Seife, Nadel & Faden

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moyohSich einfach mal in ein Herz filzen

Eine Weihnachts-Aktion von

  Moyoh & APRIL/mag

 

© Fotos: Knut Koops für APRIL/mag

 

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delikate Angelegenheit

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man nehme schlichtes Pita Brot

2bereite sich einen Salat aus Wurzelgemüse

13und ein Mus aus Roter Beete zu

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und erhalte eine äußerst delikate Angelgenheit.

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Seviervorschlag inspired by Yotam Ottolenghis Jerusalem-Kitchen: In seinem Buch Jerusalem stellt Ottolenghi diese Rezepte als einzelne Beilagen vor. Wir haben sie etwas vereinfacht und mit Pita-Brot zu einem farbenfrohen und vitaminreichen Teller zusammengestellt. Als Variante lässt sich das Pitabrot öffnen und mit dem Salat befüllen. Mit einem Klacks Rote-Beete-Mus (weshalb das in Ottolenghi’s Londoner Restaurant zu den beliebtesten Gerichten gehört, wisst Ihr, wenn Ihr es probiert!) und Joghurt-Sauce beträufelt, ergibt es einen super leckeren Snack. 

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Sehr simples Pita-Brot (6 Stück) 

250 g Mehl, 125 ml lauwarmes Wasser, 1 TL Zucker, 1 TL Salz, 1/4 Hefwürfel (10 g), 2 EL Olivenöl

1. Ofen auf 200 ° C vorheizen. Mehl, Zucker, Salz und Olivenöl in eine Rührschüssel geben. Die Hefe im lauwarmen Wasser auflösen und unter Rühren zu den Zutaten geben, alles zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten

2. Den Teig 20 Minuten an einem warmen Ort ruhen lassen

3. Den Teig erneut kneten, um dann 6 gleichgroße Teile (etwa Hühnereigroß) abzutrennen, jedes mit etwas Mehl bestäuben, in den Händen kneten und zu platten Fladen formen.

4.Die Fladen auf ein geöltes Backblech legen und mit Wasser bepinseln und noch einmal 15 Minuten ruhen lassen. Dann das Blech in den Ofen schieben und 10 Minuten bei 200 ° C backen. Evtl. während der Backzeit noch einmal mit Wasser bepinseln

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Herbst-Winter- Salat aus Wurzelgemüse

1 – 2 mittelgroße Rote-Beete, 2 mittelgroße Möhren, 1 mittelgroße Kohlrabi, 1/2 Knollensellerie → geputzt und in feine Streifen geraspelt

Für die Vinaigrette 4 EL Zitronensaft (vor dem Auspressen etwas Zitronenschale in etwa für 2 TL voll abreiben), 4 EL Olivenöl, 3 EL Sherry- (wahlweise Weißwein-) Essig, 2 TL Zucker, 1 TL Salz → alles in einem kleinem Topf zum Köcheln bringen, bis Salz & Zucker sich aufgelöst haben, dann die heiße Vinaigrette über die Gemüsestreifen geben und alles gutdurchziehen lassen (45 Min.)

Zum Anrichten eine Handvoll glatte Petersilie-Blätter, 1 Handvoll Koriander-Blätter, eine Handvoll Minzeblätter grob hacken und mit 2 TL geriebener Zitronenschale und 1 TL Pfeffer unter das Gemüse heben

mit Joghurtsauce (→ 125 g Naturjoghurt vermischt mit 125 g Joghurt aus Ziegenmilch und Salz abgeschmeckt) servieren

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Rote-Beete-Mus

ca. 900 g Rote-Beete, 2 Knoblauchzehen, 1 kleine / halbe rote Chili, 150 g Naturjoghurt, 1 1/2 EL Agavensirup, 2 EL sehr gutes Olivenöl → die Rote-Beete waschen und den Strunk knapp entfernen. Im vorgeheizten Ofen bei 200 ° C garen bis sich ein Messer mühleos einstechen lässt. Rote-Beete abkühlen lassen, vierteln und von der schrumpeligen Schale befreien. Knoblauch grob zerkleinern, Chili von den Samen befreien, feinhacken und mit der Roten-Beete und dem Joghurt in den Mixer geben. Das Puree in eine Schüssel geben und mit ein TL Salz und das Agavnsirup unterrühren. Optional mit Olivenöl beträufeln.

zum Servieren → mit 2 Frühlingszwiebeln fein geschnitten, eine handvoll Haselnusskerne gehackt & geröstet und ein bisschen (ca. 60 g) Ziegenfrischkäse bestreuen. Zimmerwarm servieren.

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© Fotos: Knut Koops für APRIL/mag

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Nah. Erholung.

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Es gibt ja nicht das falsche Wetter. Man sagt, es gebe nur die falsche Kleidung. Für wahr, für wahr. Doch wenn es auch kein falsches Wetter gibt, so gibt es doch das Richtige! Es ist die kühle, klare Luft. Es ist die spürbare Feuchtigkeit, die sich nicht zur Nässe wandelt. Das ist ein Herbsttag mit Einladung. Der Einladung dem Rauschen des Blätterwaldes zu lauschen. Ins Tun zu kommen, ins grundlose Tun. Herbst und Ferien finden wir zugleich im nächstgelegenen Wald. Und was wir noch finden ist Platz. Spielplatz.

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An Tagen mit dem anderem richtigem Wetter und der falschen Kleidung lädt das Sofa ein. Zum Film gucken und Popcorn essen. Dem Wald erteilen wir auch an so einem Tag keine Absage. Wo kämen wir denn da hin? Jedenfalls nicht nach Norwegen, wo man eine Menge von Wald versteht. Als Filmnation ist Norwegen wiederum nicht bekannt. Doch gerade dort entstand der liebevolle Waldfilm Mein Freund Knerten. Kinder, die ihn schauen, würden sich gerne mit einem Stock befreunden. Der Arme und Beine haben muss – sonst wäre es ja total unrealistisch! Aber auch Eltern suchen nach dem Film ganz sicher den Waldboden ab – nach Knertens (Foto oben). Für alle, die den Film noch nicht kennen, ist er uns eine Empfehlung wert. Aber nicht bei jedem Wetter ;)

 

 

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Nordic summer

waldbeerenDies ist die Geschichte einer waghalsigen Ferienunternehmung, in der eine Familie gen Norden zog, um sehenden Auges einen kühlen verregneten Sommer zu verleben. Es ist die Geschichte, einer Familie, die die Ostsee überquerte, das Auto vollgepackt bis unter die Dachkante mit Regensachen, Wollpullovern und Gesellschaftsspielen, um in einem kleinem dänischen Sommerhaus alle ihnen verfügbaren Heizmittel zu mobilisieren. Es ist die Geschichte zweier Eltern, die sich mental auf diesen Urlaub vorbereiteten, in dem sie sich auf Mensch-ärger-Dich-nicht- und Mau-Mau-Marathons konditionierten. Es ist eine Feriengeschichte, in der alles anders kam. Mit einer der Geschicht enthaltenen Moral, die zweifelsfrei lautet: anders ist besser.

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Eines Nachmittags kehrten die Kinder dieser Familie später von ihren Entdeckungstouren zurück als gewöhnlich. Die Eltern waren schon besorgt, denn das Sonnenschutzmittel würde jeden Moment seine Wirkung verlieren. Doch ehe sie dieser Gefahr ernsthaft ins Angesicht hatten blicken müssen, spritze der Kies in der Einfahrt des Sommerhauses in alle erdenklichen Richtungen und zwei Paar Hände rieben den Eltern frische Blaubeeren und einen Strauss gepflückter Walderdbeeren unter die Nasen. Es geschah am selben Tag, da das Bergfest dieses Urlaubes anstand. Den Eltern war das Wort in einem unachtsamen Moment über die Lippen gekommen, in dem sie es als Metapher für den Zeitpunkt verwanden, mit dem der Beginn der zweiten und wesentlich schneller vorübergehenden Hälfte des Urlaubes erwartet wird.  So kam es, dass die Kinder auf ein Fest bestanden. Zu Ehren ihrer Urlaubsregion begingen sie es als ein Waldbeerenfest, denn im Kühlschrank fanden sich allerlei weitere Beerensorten und es wäre kein Fest gewesen, hätte man sie nicht mit Genussmitteln (in diesem Falle stark zuckerhaltigen) kombiniert.
waldbeerenWas wir nun am meisten mit Dänemark verbinden? Kleefelder, die wie aufgeschüttelte Kissen in einem Landschaftsbett liegen, dessen Kopfende Bienenstöcke im Gegenlicht säumen. Hier wird am hellen cremigen Frühstückshonig gearbeitet. Wir wissen nun aus sicherer Quelle, dass es ein nordisches Licht gibt. Ganz genau wie es ein Licht des Südens, das mediterrane Licht gibt (Anschauungsmaterial hier und hier).
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Die Ferien gehen langsam vorbei. Und nebenbei, bye, bye Juli-Mond…

 

 

© Fotos: Knut Koops für APRIL/mag

 

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an Tagen wie diesen

An Tagen wie diesen schmeckt es nach Waldboden. Nach See. Nach Erdbeeren. Nach Sommeranfang.
Grund genug für einen Erdbeer-Kuchen der besonderen Art. Nach Raw-Art. Ohne  Mehl. Ohne Eier. Ohne raffinierten Zucker. Ohne Milch. Ohne backen. Die Raw-Philosophie ist es, Lebensmittel bei ihrer Verarbeitung so wenig zu verändern wie möglich und bei der Zubereitung nicht über 42° C zu erhitzen damit alle Vitamine, Mineralien und Nährstoffe erhalten bleiben. Der Besuch hier  war Anlass genug, den klassischen Erdbeerkuchen mal zu rawelutionieren.

Raw-Erdbeer-Eis-Kuchen:

Boden (Springform max. Ø 23 cm): 200 g Mandeln, 250 g getrocknete Datteln (gerne Medjool), ein bisschen Wasser

Füllung: zwei gute Hände voll Erdbeeren, 3 reife Bananen (nicht braune), 2 EL Agavensirup, frischgepresster Zitronensaft einer Zitrone

1. Für den Kuchen boden die Mandeln in einem Mixer feinhacken. Die Datteln ggf. entkernen und unbedingt darauf achten, dass wirklich alle  Kerne beseitigt sind (sonst kann der Mixer kaputt gehen, was bei mir passiert ist), 2 EL Wasser hinzugeben und alles zusammen mixen und darauf achten, dass alles zusammen feingehackt wird. Es entsteht eine klebrig-süße Masse (je nach Gefühl noch etwas Wasser dazu geben, wenn man die Masse etwas geschmeidiger haben möchte). Die Masse in der Springform gleichmässig verteilen und glätten.

2. Für die Erdbeer-Masse alle Zutaten in den Mixer geben und gut purieren. Die Erdbeermasse über den Teig geben und den Kuchen in das Tiefkühlfach stellen. Nach 2 bis 3 Stunden ist der Kuchen fertig und schmeckt wirklich fantastisch! Kuchen 10 – 15 Minuten vor dem Verzehr aus dem Gefrierfach nehmen, um ihn in Stücke zu schneiden. TIP: Wenn man Gäste erwartet, kann man den Kuchen in Stücke schneiden und wieder in das Gefrierfach stellen.

 

 

 

© Fotos: Knut Koops für APRIL/mag

 

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handzahm

Manchmal muss man ganz tief in die Wiese greifen. Zu den Löwenzähnen steigen. Mit Pusteblumen tricksen. Wilde Kräuter zähmen. Es gibt so Tage. Die stehen still. An solchen Tagen sucht man Herausforderungen. Und es stimmt schon: der Schnittlauch war nicht ganz so wild, aber wenn der nicht auf’s Brot geschmiert werden wollte, brauchte er ja nicht im Garten rumzustehen… Es gibt halt so Tage. An denen schleift der Himmel über den Rasen.

Anleitung für die längste Abendbrot-Zubereitung der Welt: erstmal Grasen gehen. Dann sortieren. Wild sind sie alle, aber probieren möchte man nicht unbedingt alle. Deshalb wird kräftig aussortiert. Wilde Kräuter handzahm gemacht. Und am Ende des Tages landete auf unserem Brot: Sauerampfer, Löwenzahn, Brenessel, Schafgabe und sogar noch etwas Bärlauch (wir haben es nachgeschlagen!). Und sollte bei Euch mal der Himmel über den Rasen schleifen und Ihr entscheidet Euch zu Grasen: nur das junge Grün schmeckt!

 

 

© Fotos: Knut Koops für APRIL/mag

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Im Garten

Garten-Tag

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Macht Ihr mit, beim nichts machen? Den Mai einfach Mai sein lassen. Planlosigkeit als erstrebenswertes Ziel – was meint Ihr? Alles ignorieren, was weiter weg ist als morgen. Sich ein dicht bewachsenes Plätzchen suchen, an dem sich eine Blättergardine zu ziehen lässt. Um dort die Grashalme zu zählen. Die Käfer machen lassen. Planvolle Planlosigkeit. Grünes Grün. Was will man mehr?  Eine Einschränkung gibt es da allerdings schon noch. Und zwar, wenn das Immunsystem hysterisch auf das blühende Leben reagiert. Und das ist ja bei nicht so wenigen der Fall (bei mir übrigens auch). Hier muss dann nur noch das Immunsystem zu seinem Glück gezwungen werden. Mit chemischen Substanzen. Damit es sich auch mal entspannt. …und habt Ihr jetzt noch einen Plan? Ich hoffe, ich habe genug Verwirrung gestiftet, um Euch davon abzubringen. Denn kein Plan ist doch ein guter Plan. An freien Mai-Tagen.

Limonade222333444Eine Ausnahme lassen wir beim Nichts-Tun durchgehen: Das Aufbrausen ist schon sehr ok!

Rote Brause: Sirup einkochen aus 250 g Himbeeren, 300 ml Wasser, 75 g Zucker → alles aufkochen, 30 Minuten leise köcheln lassen, Herdplatte ausstellen. Das Sirup dann 1 Stunde ziehen lassen und dann durch eine feines Sieb geben. Dann Sirup mit Sprudelwasser im Verhältnis 1:4 aufgiessen.

Gelbe Brause: ich habe das Orangensirup für die Joghurtshots aus dem Frühlings-Frühstück von vor einem Jahr gekocht und es dann mit Sprudelwasser aufgegossen: 100 g heller Rohrzucker, 4 EL Wasser, Saft und Schale einer Bio-Orange → alle Zutaten  in einen kleinen Topf geben und auf kleiner Flamme dickflüssig und leuchtend Orange einkochen. Erst abgekühlt mit dem Sodawasser vermischen.

Garten-Tag666Euch allen ein schönes Pfingstwochenende.

© Fotos: Knut Koops für APRIL/mag

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