Archiv Kategorien: kunststück

Das Jahr in Rezepten

Felicita Sala illustrated recipes

Manchmal weiß man erst, wonach man suchte, wenn man es gefunden hat. Ich war auf der Suche nach Felicita Sala. Mit ihrem Talent, ihren Farben und ihrer Energie teilt sie das Jahr in genüssliche Häppchen. Die italienische Illustratorin ist in Australien aufgewachsen, hat nie eine Design- oder Kunsthochschule besucht (sie studierte Sprachen und Philosophie), lebt jetzt wieder in Rom und erwartet zur Zeit ein Kind. Für ihren Blog illustriert sie jeden Monat eines ihrer Lieblingsrezepte. Und schafft somit Pop-up-Momente des Genusses. Sie scheint zu wissen, was Kalender können müssen! Denn niemand braucht Kalender für Termine. Termine hat man. Kalender werden gebraucht, damit sie an Pausen erinnern. Ihre illustrierten Rezepte sind so unglaublich einnehmend, dass sie sofort Lust machen, zu Kochen. Und das heißt: es sich gutgehen zu lassen! WARNUNG: Aber nicht gleich ausflippen und alle Rezepte auf einmal in die Tat umsetzen. Die Dosierung macht das Wohlbefinden….

Hier eine Auswahl an Wohlfühl-Rezepten, die ich unbedingt Wirklichkeit werden lassen möchte!

Im Januar: Lauch-Joghurt-Minze-Suppe (s.o.)

Felicita Sala illustrated recipes

 

Im Februar eine Seelenmassage mit Pasta Cacio e Pepe.

Felicita Sala illustrated recipes Felicita Sala illustrated recipes

 

…und es fällt mir echt schwer bis März damit zu warten – aber ich reiß‘ mich zusammen und freu‘ mich dann auf Auberginen-Fleischbällchen mit frischem Tzaziki im März

…und wenn Ihr noch einen kahlen Fleck an Eurer Küchenwand habt, schaut in Felicita’s online-store vorbei: Dort gibt es die illustrierten Rezepte als Prints

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Islands neuer Superstar

Ásgeir

Eine Extra-Ausgabe unseres  Island-Journals. Nur so viel: Island sucht seine Superstars nicht, Islands Superstars müssen sich selbst finden. So wie der gerade mal 20 jährige Ásgeir Trausti, der sein Talent nicht sofort als Alleinstellungsmerkmal wahrgenommen hat. Denn Kunst und Kultur haben in Island keinen hohen Stellenwert –  das trifft es nicht! Man betreibt weniger Kultur, als die künstlerische Ausdrucksform dazu gehört zum Wind, zu den Steinen, zum Moos. Island ist ein Kultur-Biotop, in dem eine Musikszene natürlich gedeiht, mit Bands wie Sigur Rós und Björk als Sperspitze. Das ist für die extrem wenigen Isländer (so um die 320 Tausend) ein sagenhafter Output. Und weil Musik hier das normale Leben ist, hat Ásgeir sich auch nicht gleich zum Musiker berufen gefühlt – nur weil er Gitarre spielte und sang. Er hatte die feste Absicht Profi-Sportler zu werden. Vielleicht haben ihm ja dann doch ein paar Leute gesagt, dass hier zwar viele Leute Musik machen, er es aber schon besonders tut. Und der literarische Texte schreibende Vater hat dem Sohne mit der schönen Stimme Worte zum Singen aufgeschrieben. Über den U-Turn, den Ásgeir in seinen Zukunftsplänen hingelegt hat, können wir nichts genaues berichten. Wir wissen nur, dass er seine Demos der isländischen Producer-Größe Gudmundur Kristinn Jonsson vorbeibrachte. Und wir wissen,  dass wenige Monate später in Island sein Debut-Album Dyrd erschien, dass im online-Verkauf von icelandmusic.is alle Rekorde brach. Und wir wissen weiter, dass Björk den 20 Jährigen kurz entschlossen zu ihrem Manager geschickt hat. Und wir wissen, dass wir ihn LIVE sehen und hören wollen… Nur so viel aus der diesmaligen Beilage unseres Island-Journals. Und noch ein bisschen mehr:  Ásgeir zum reinhören   H I E R

Ásgeir concert

Im November auf Tour in Deutschland. Ásgeir Trausti.

posted by Daniela.

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in Form

rroll
rrollrrollroundrrollB L O G T I P ! Menschen und Objekte, die um sich selber kreisen: wunderschön anzuschauende Animationen des Blogs rrrrrrrroll.

Für einen schönen Start in die Woche.

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frische Blumen

1Blumen am  Arbeitsplatz verhalten sich höchst kollegial. Sie schmeicheln wie ein dickes Lob! Das ist gesund und wirkt sich positiv auf die Gesamt-Konstitution aus. Mein Frühjahrs-Fitness-Rat lautet daher: nehmt das Kompliment der talentierten US-Illustratorin Rebekka Seale an und ladet jeden Monat frische Blumen auf Euren Desktop! Rebekka malt 2013 zwölf florale Tapeten für den Bildschirm zum downloadenhier. Und was sind Eure Fit-für-den-Frühling-Tips? Ich sage Danke für die Blumen, Rebekka! und freue mich darauf, von Euch zu lesen…

April-Grüße, B.

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schön finden

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01
Die kommenden Tage handeln vom Suchen und Finden. Ich werde weniger Eier suchen, als viel mehr die besten Verstecke! Gefunden aber habe ich schon jetzt etwas, das so schön ist, dass ich es mit Euch teilen mag:  Pysanka. Seit Generationen verzieren ukrainische Frauen Ostereier mit den traditionellen Mustern ihrer Region. Ich bin ganz eingenommen von der Schönheit und dem Fingerspitzengefühl, das es benötigt, um die Muster mit Bienenwachs auf die Eier aufzutragen und die Eier dann zu Färben. Die Frauen beginnen schon nach dem 14. Februar (Mariä Reinigung) damit. Eine Vielzahl der Muster je nach Regionen kann man  hier bewundern. Und wovon handeln Eure Feiertage? Vom Eier Suchen oder die besten Verstecke finden? Mir jedenfalls macht Zweiteres noch viel mehr Spass (dieses Jahr dann eben im ewigem Eis…)! Euch wünsche ich so oder so:

F R O H E O S T E R N.

 

 

 

 

 

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kreative pause.

Uuuund Action! P a i n t i n g! Wir hatten am Wochenende Kunst auf dem Schirm. Dem Bildschirm. Der Künstler Miltos Manetas hat jedem das Pollock-Prinzip per Mouseclick ermöglicht. Im Jahre 2003 hat er die Website jacksonpollock.org erschaffen, für die es mittlerweile eine iphone-Erweiterung gibt. Was für ein demokratischer Akt: Die schöpferische Pause für Alle! Ohne Museums-Eintritt. Ohne das Wohnzimmer mit Plastikfolie verkleiden zu müssen. Keine Angst vor dem weißen Blatt Papier kann man hier haben – viel Spass!

(Photos: Jackson Pollock in his East Hampton studio, summer 1950. Photograph: David Lefranc/Corbis Kipa)

 

 

 

 

 

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Gespenster

Ich sehe Gespenster! Und zwar die kleinen Keramik-Geister von Louise Gaarmann, in die ich mich verliebt habe. Mitgeholfen beim Verlieben haben die wunderschön entrückten Fotos von Kristina Demant. Eine Frage: Kennt ihr dieses Back to home. Back to reality – Gefühl? Zurück aus dem Urlaub findet man den Kleiderschrank, der sich nur Mitbewohner nennen darf, weil es keinen Nachfolger für ihn gibt, noch schlimmer. Die Wasserflecken auf dem Küchentisch, über die man nur mal drüberschleifen müsste, nerven noch mehr. Und die Garderobe, die eigentlich jeden Winter eskaliert, weitet sich plötzlich zum Katastrophengebiet aus. Meine Antwort auf das Gefühls-Desaster ist eine Fluchtbewegung in Richtung Computer. Das Schlamassel raus aus dem Sichtfenster, die Welt der musisch Begabten rein ins Sichtfenster. Louise Gaarmann hat sich in meinem Fall als besondere Glücksbringerin erwiesen. Ihretwegen habe ich mich nicht mehr von allen guten Geistern verlassen gefühlt. Ist das Kunst – oder ist das Kunst?!

…und hier ein bisschen Entstehung aus der Geisterwerkstatt. Louise schubst das traditionelle Kunsthandwerk von der Gebrauchs- rüber in die Fantasiewelt. Stellt Euch doch nur vor, die guten Geister überall in der Wohnung zu zerstreuen! Ich hab‘ da so die Ahnung, dass das die Lösung aller Einrichtungs-Probleme wäre… Oder wie seht ihr das?

photos: www.arhoj.com

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Weltsicht

Der Kunstherbst hat begonnen: Vernissagen und die Berlin Art Week laden ein. Mitten drin und doch wie abseits vom Trubel kann man die Werke von Nanne Meyer erkunden – Freiflug für die Augen. Der Blick gleitet über das Papier, verfolgt die Linienführung, versucht das Einzelne im großen Ganzen zu erfassen. Nichts als Striche, die sich zu Landstrichen, zur Weltsicht zusammentun. Für das Auge beginnt die Reise Irgendwo und endet irgendwann auch dort. Für den Stift beginnt die Reise oben Links auf dem Papier, verrät die Künstlerin. Dort ist für sie der Beginn von etwas, von dem sie selber nicht weiß, wo es sie hinführt. „Zum zeichnen braucht es nichts als ein Blatt Papier, einen Stift und Energie „ sagt Nanne Meyer. Da war die Flugangst, die bezwungen werden sollte  – mit Fensterplatz, Skizzenblock und Bleistift gelang es Nanne Meyer. Denn es liegt in der Furcht die Faszination und es liegt an Kleinigkeiten was überwiegt. „Kennen Sie den Moment, wenn das Flugzeug den Winkel verändert, besonders im Landeanflug tut es das. Man meint, die Welt wird zusammengeklappt. Wie die Welt aussieht ist eine Frage der Perspektive und in welchem Blickwinkel ich mich zu ihr befinde.“

Die Galerie Jordan/Seydoux präsentiert mit der Ausstellung Kartographische Gleitflüge die Zyklen: Windstriche, Nachtflug und Perspektive – „Ich möchte aber nicht die Welt kartographieren, sondern ich versuche mein Verhältnis zum Dasein zu formulieren“ hat Nanne Meyer einmal gesagt. Der 4. Zyklus Kartographische Geister zeigt die in alten Landkarten ruhenden Gesichter und Gestalten. Nanne Meyer und der Stift erwecken sie zu Leben, mehr als einen Stift braucht es nicht, um sie sichtbar zu machen. „Sie sind ja alle schon da. Ich muss ihnen nur helfen, hervor zu kommen…“

4 Zyklen und kleinformatige Collagen zu sehen bis zum 20. Oktober /// Augustrstaße 22 /// 10117 Berlin /// Di – Sa 12 -18 Uhr

Die 1953 in Hamburg geborene Künstlerin lebt seit vielen Jahren in Berlin, seit den frühen Achtzigern prägt sie das Medium Zeichnung nachhaltig. Seit 1994 lehrt Nanne Meyer als Professorin an der Kunsthochschule Berlin Weißensee.


©Fotos: Knut Koops für APRIL/mag

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Der Handarbeiter

Es gibt Leute, die in Handarbeits-Mustern Bilder sehen, die erst noch welche werden sollen. Also, die Anleitung zu einem Bild. Hier laufen alle Fäden zusammen: Robert Otto Epstein sieht Bilder. Und malt und zeichnet diese. Basierend auf French and Ger­man filet lace pat­terns as well as vin­tage knit­ting and cro­chet schemat­ics. Obwohl die Handarbeits-Muster so um die 90 Jahre alt sind, erinnern sie an den Style der Achtziger und an die Pixel-Ästhetik von Atari. Wir trafen ihn in Berlin/Neukölln (hier), wo er noch bis Sonntag, den 9.9.12 (!), ein Muster seiner Arbeit zeigt.

Bis auf die Pinsel benutzt Robert O. Epstein keinerlei Material aus dem Künstlerbedarf. Er mag die Dinge, die es sowieso schon gibt. Sein Papier kauft er im Baumarkt auf großen Rollen und schneidet es sich zu. Wenn er dort Farbe kauft, wird er gefragt: „für drinnen oder draußen?“ – er nimmt die für drinnen, Wandfarbe. In Neukölln zeigt er auch seine  Figurative Paintings, die sich auf ausgerissenen Magazin-Seiten befinden, und Gesichter von Hair-Styling-Produkten aus den Achtziger Jahren abbilden.

In New Jersey, wo Robert Otto Epstein lebt und arbeitet, findet zeitgleich eine Ausstellung mit dem Titel Sleeveless Cardigan statt. Bis Sonntag kann man sich einen kleinen Einblick in seine Welt verschaffen, dann fliegt er wieder nach Hause, Maplewood,NJ, USA.

©Fotos: Knut Koops für APRIL/mag

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kunstvoll


Ein gutes Werk am Tag? Viele! Begehen und besehen! Und zwar am alljährlichen Galerien-Wochenende in Berlin. Es findet immer Ende April/Anfang Mai statt. Mit dem parallel-Programm der Berlin Biennale (bis zum 1. Juli) wurde die Stadt noch kunstvoller als sowieso schon. Unter dem  Motto „Forget Fear“ wurden die Galerien-Türschwellen mit politisch-aufklärerischen Vokabeln besetzt. Keine Spur von Schwellenangst im Berliner Frühling zu beobachten – nur der Schulterschluss des Kunstvolkes. Und diese Ausstellung, also die des Kunstvolkes meine ich jetzt, gefällt mir immer genauso gut wie der Rest vom Fest.

 

Ein Galerien-Favorit: Jordan-Seydoux in der Auguststraße. Eine charmante Galerie für Zeichnungen und Drucke. Die Pariserin Amélie Seydoux ist von Kindheit an mit dem Thema Kunst und Druck vertraut. Viele französische Künstler waren Auftraggeber ihres Vaters, Eric Seydoux, einem der wenigen Kunstsiebdrucker Frankreichs.

 

Sehenswert: Baselitz. Bei Jordan-Seydoux noch bis 23. Juni.

Eine Kunstpause geht direkt nebenan: Clärchens Ballhaus, Lokalität voll mit Geschichte und mit schönem Garten.

Die in Frankreich bekannte Künstlerin Françoise Pétrovitch wird in Deutschland von Jordan-Seydoux vertreten. Ich mag ihre offenen Motive mit ambivalenten Kindheitsmomenten und die Flüchtigkeit der Szenerie in ihren Tintendrucken.

 

©Fotos: Knut Koops für APRIL/mag

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