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Methusalems Töchter

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In meiner Funktion als Auslands-Korrespondentin in Reykjavik für APRIL/mag wird dies hier mal eine sehr isländische Berichterstattung werden… Ich beginne mit der geografischen Lage (mitten im Nordantlantik und mitten auf einer Kontinentalspalte), die die Ursache dafür ist, dass wir uns gleich nah oder weit entfernt vom europäischen und amerikanischen Kontinent fühlen. Das prägt nicht nur zaghaft das isländische Leben, oder anders ausgedrückt: In den Supermärkten steht zu gleichen Teilen Diet Coke wie Cola light, die Importwege tun sich (fast) nichts! Wo ich schon mal dabei bin, bemühe ich auch noch die Wikinger, als deren Nachfahren Isländer auch heute noch in alle Meeresrichtungen ausschwärmen, um die Welt zu Entdecken… Und schwups, da fällt mir ganz spontan eine wirklich besondere Frau ein, die ich Euch vorstellen möchte: Johanna Methusalemsdottir. Hier ist sie sehr bekannt und das obwohl sie schon als Teenager über den Nordatlantik setzte, um seither in New York zuleben. Man kennt sie für ihren atemberaubend schönen (und das ist noch untertrieben) Schmuck, der in Reykjavik extrem angesagt ist. Klar, weshalb: der Look ist kraftvoll und feminin zugleich und beim hinschauen möchte man vor allem E I N E S: hinfühlen! Kria heißt das Label, es ist das isländische Wort für Küsten-Seeschwalbe – einem federleichten Vogel, dessen ganzes Leben eine Reise ist und der zwei Heimaten hat, den Nordpol und den Südpol. So verpackt Johanna ihren Schmuck in Eiern aus Leder, die denen dieses Vogels nachempfunden sind. Und zu Schmuck macht sie, was der ungebremste Atlantik an die schwarzen Lavastrände der isländischen Küste spuckt: Teile von Vogelskeletten und Fischknochen. Die lässt sie sich von Freunden schicken. Meine Lieblingsteile stammen aus der Cod-Collectiondie sie aus Kabeljauknochen fertigt. Den Kria-Schmuck, der in Teamwork mit der Natur entsteht, könnte wahrhaftig niemand besser repräsentieren als die Naturschönheit India, die Johannas Tochter ist (unten auf den Fotos). „…to me she embodies the beauty of an Icelandic woman – she’s kind of like a fairy or mystical person and big inspiration in my life. … She’s become somewhat my muse.“

1„I hope to nurture a natural kinship with those instincts for people who wear my jewelery, and I want them to feel like it is a part of them.“

posted by Daniela.

© Fotos oben Grace Vilamil für Freunde von Freunden

© Fotos unten Elisabet Davids für Kriajewelry

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Winter adé…

… mit Kinfolk Vol. 7! Eine Ausgabe Frühling.

kinfolkFür alle, die den Winter nicht mehr sehen können – also A L L E (!) hat Fotograf Parker Fitzgerald mit der New Yorker Stylistin Amy Merrick für Kinfolk den Frühling neu erfunden. Ice Cream and Flowers frisch erschienen (hier).

kinfolk

Und noch etwas! Ihr Haarschnitt ist doch echt zum wegträumen: luftig, sommerlich, nebensächlich, süß! Ich denke ein wenig darüber nach, ob auch mir der Schnitt stehen könnte. Nur bis ich das Heft in den Händen halte, denn ich kenn‘ die Antwort natürlich. Tief in mir drinnen. Aber der ist schon echt sehr Laissez-faire – oder was sagt Ihr?!

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The Lundlook

Wen bitte stört ein Kälteeinbruch? Und wer träumt von luftigen Kleidern und Sandalen? Bei diesen Pullovern sicher niemand! Und auch bei dieser Frau nicht: sie macht Wettermeldungen zur Belanglosigkeit. Sonntagabends strahlt das 2. Deutsche Fernsehen gerade die 3. und letzte Staffel über die beste Ermittlerin aus, die das Fernsehen je hervorgebracht hat (Spiegel hier): Komissarin Lund. Sofie Gråbøl treibt als Sara Lund den Nordic Noir auf die Spitze. Die ist einsilbig, von sperrigem Charakter und beendet Telefonate wortlos. Nie wurde das Privatleben und der Style einer Frau klischeefreier inszeniert. J A, Ich finde sie super! Sara Lund und Sofie Grabøl: mit beiden wäre ich so was von gerne befreundet! Kennt Ihr das, wenn ihr jemanden toll findet…? Weil die Freundschaft zu Sofie mir ein Tick realistischer erscheint, pflege ich bis dato eine imaginäre Freundschaft mit ihr. Allein schon deshalb, weil sie es war, die Lund in die Faröer Wollpullover (hier), wegen der halb England ausflippt und die passenden Strickmuster austauscht (z.B. hier und hier), gesteckt hat!

Diese Frau! Mir macht es reell Mut, dass man so gut aussehen kann, auch wenn sich die Augenringe nicht komplett wegschminken lassen. Strahlkraft heißt hier das Make-up! Die erwähnt auch Lund-Autor Sveistrup, wenn er von Gråbøl spricht. Und ich werde mich auf diesen Lund-a-like Wettbewerb hier konzentrieren: der 2. Preis ist ein Guðrun & Guðrun-Pullover. Nie hat man sicht stärker gewünscht Zweit-Platziert zu sein, oder?!

Schönes Wochenende mit einem spannenden Sonntgabend wünsche ich Euch! B.

P.S. Damit ich nicht völlig versessen rüberkomme mit meinem Nordic-Noir-Film: gegen ein laueres Lüftchen hätt‘ auch ich in absehbarer Zukunft nichts einzuwenden – allein schon wegen dieser coolen Fish-Skin-Sandalen von Guðrun & Guðrun

 

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