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ting

Die Bilder bleiben ohne Worte. OK nicht ganz: Es gibt einfach Leute mit einem außergewöhnlichen Geschmack. Und es macht so eine Freude, wenn die ihren Sinn für Schönes auch noch teilen. Laura teilt mit ting.

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Aus wenig viel gemacht: 1 Vintage-Buch (das Laura vor dem Zerschnippeln mit ihrem Freund Chris noch durchgearbeitet hat. Jetzt sind beide top informiert über das dänische Königshaus um 1879), Packpapier plus Schere + Tacker. Und dazu nehme man folgende Zutaten aus der ting-Papeterie: Masking Tape, Geschenkpapier und klassisches Garn.

♦ Winter-Anhänger: Vintage-Buchpapier (fester als Zeitung) oder Packpapier t.w. mit Masking Tape bekleben. Je 2 Papierstreifen in 2 unterschiedlichen Längen ( ca. 2 cm Unterschied ) zurecht schneiden und einen wesentlich Kürzeren als Mittelstreifen anpassen. Alles in Form beulen und an einem Ende zusammentackern. Am anderen Ende das Garn als Schlaufe dazwischen legen und wieder tackern. f e r t i g

♦ Lauras Stern:  We  ♥  youtube  (hier)

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♦ oben: das magnetischste Schaufenster der Stadt.

♦ mitte: kalte Hände sind nicht schön, varma-Handschuhe sind schön.

♦ unten: Es sollen ja in Schokolade so Botenstoffe enthalten sein, die dem Hirn sagen, dass es jetzt mal eine Portion Glückshormone ausschüttet: ting enthält diese Botenstoffe nachgewiesener Maßen. Das bestätigen unabhängige Untersuchungen an verschiedenen Testpersonen.

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Lauras Inspirationsquellen liegen geographisch weit auseinander. Persönlich aber sehr nah beieinander: Asien und Skandinavien. Asien hat Laura mit ihrem Freund Chris ausgiebig bereist (mit einer Menge Mitbringsel im Gepäck). Und bevor die Beiden ihre Zelte in Berlin aufschlugen, haben sie in China gelebt. Für Familienbesuche verschlägt es sie häufig in Chris‘ Heimat Dänemark. Auf der Suche nach schönen Dingen touren sie für ting durch beide Erdteile und stöbern Schönes jenseits der Katalogwelt auf. Laura mixt Einzelstücke mit Dingen, die nur in kleiner Stückzahl existieren und solchen größererer Hersteller. Alles ist ausgesucht bei ting. Und das findet man so nicht woanders. Aber hier: in 10405 Berlin /// Rykestr. 41

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 ©Fotos: Knut Koops für APRIL/mag

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il manifesto # 2

Rational ist ein Urlaubs-Ende in Sicht. Emotional ist da nichts als ein Zimmer mit Aussicht. Jeder sieht eben, was er sehen will. Im Urlaub geht mit dem Herzen gucken ja auch irgendwie ganz einfach. So wie mit dem Gaumen zu sehen (die klösterliche Einfachheit der ligurischen Küche). Und mit den Augen zu schmecken (die Topographie der ligurischen Speisekarte). Die Wegweiser dieser Landschaft sind Teigwaren und Käse. Mit ihnen lässt sich auch die nächste Idylle nicht verfehlen (das autofreie Nachbardorf Lingueglietta). Und man lese und staune: die Idylle lässt sich von Cipressa aus mit den Füssen erlaufen. Urlaub eben!

Homemade Gnocchi (Grundrezept hier) mit kaltem Tomatensugo, Salbei-Butter und/oder Zucchini sind unser Sommer-Nachschlag!

Sommer, Sonne, Melone! Die hier bekennt sich mit einem Tattoo zu ihren Wurzeln. Ganz eventuell liegen die im Val di Vara, wo der biologische Anbau so stark ausgeprägt ist, dass es auch das Bio-Tal genannt wird. Und was im Urlaub ist, stimmt zu Hause immer noch: Bio-Melonen schmecken nach Melone – verrückte Sachen gibt es, oder?!

Petri Heil! Wer aus dem Fenster angelt, ist erfolgreicher als am Meer. Der eine Fisch, der darin schwimmt, kam letzte Woche schon vorbei. Man hat ihn voll p.c. seiner Wege schwimmen lassen. Aber die Bäume, die hängen voll. Was sonst noch so fies ist auf der Welt? Dass wer in den Ferien Geburtstag hat, ins riesige Sommerloch plumpst. Auf dem Geburtstagskuchen aus der Pfanne landen Sommerkinder aber weich und vor allem süß. Das liegt an der original italienischen Nougatcreme-Füllung aus dem Piemont. Denn wer Geburtstag kann, der kann auch feiern. Cin cin!

Ferien-Grüße von B :-) p.s. auf keinen fall zu vergessen: mille grazie an ihr wisst schon!

 

©Fotos: Knut Koops für APRIL/mag

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il manifesto

Wisst ihr, was ihr letzten Sommer getan habt? Wir waren in einem Landschafts-Gemälde. Mitten drin kochten, redeten, aßen wir, tranken Wein, und Kinder liefen darin umher… Der Geruch einer wunderbaren Welt stieg uns durch das geöffnete Küchenfenster in die Nasen. Die Welt der Küchenkräuter. So kam es, dass sich in einer 240 Meter über dem Mittelmeer gelegenen Küche im ligurischen Bergstädtchen Cipressa, unweit der italienischen Hafenstadt Genova, jeden Tag das gleiche zusammenbraute… Langweilig? Nein, das war es nicht. Es war Pesto alla genovese! Es gibt jene, die meinen es handele sich um eine Allerwelts-Sauce. Dabei ist es die einzige Sauce, die aus nichts weiter besteht als Licht, Luft und Duft. Ok – kurz auf Anfang gestellt – blicken wir mal zurück! Wir sehen einen Urlaub. Und wir sehen einen Selbstversuch. Denn Lichtnahrung halten wir nun für ein glaubwürdiges Konzept. Weniger eine Illusion, als viel mehr ein reales Produkt der italienischen Küche… zumindest jener, in der wir kochten!

Die italienische Küche hat die Sonne auf ihrer Seite. Die macht sie leicht, sendet ihr High-light, das native Olivenöl extra. Das schwebt schwerelos und glänzt nie hüft-golden. Es hält im Pesto den Duft der Landschaft fest. Seit Jahrhunderten ist die Sonne der Reichtum der ligurischen Täler. Der schmale Küstenstreifen mit seinem gebirgigen Hinterland bietet nur wenig Raum für Landwirtschaft. Doch wurde die Region mit einem Klima beschenkt, das Mensch und Botanik motiviert ihr Potential voll auszuschöpfen. Trockenmauern und Terrassen sind von Menschenhand errichtet, dass Gemüse, Früchte und Oliven ihren intensivsten Geschmack entfalten mögen. Und das Ende dieses Urlaubs-Tages brachte ein befriedigendes Ergebnis: Kichererbsen-Pfannkuchen mit geriebener Zucchini sind absolut licht- und luftdurchlässige Geschmacks-Träger!

Jeden Tag Insalata. Jeden Tag Pesto. Nie der gleiche Geschmack. Beim Einkauf im Alimentari, dem kleinem Lebensmittelgeschäft im Zentrum von Cipressa, erzählt die Ladenbesitzerin uns täglich, was die Bauern ihr morgens zum Verkauf gebracht haben. Nie hätten wir gewagt, nach anderen Produkten zu greifen. Ein echt nachhaltiges Lehrstück in Regional ist 1. Wahl. Erzeugnisse aus benachbarten (italienischen!) Provinzen wurden schon als Import deklariert. Das ist der tiefe Stolz auf die eigene Küche: kein aufgesagter, ein verinnerlichter und natürlicher Stolz, der zur kulinarischen Tradition gehört. „Kein anderes europäisches Land hat so viele Lebensmittel mit geschützter und garantierter Herkunftsbezeichnung wie Italien – vom Apfel bis zur Zwiebel, vom Olivenöl über den Wein bis zu Brot, Käse und Schinken. Essen ist hier Kulturgut. (…) Die persönliche Beziehung zwischen Produzent und Konsument ist im agrarisch geprägten Italien tief in der Lebenskultur verwurzelt“ (in: Zeit-online, Bio trägt auch zum gesellschaftlichen Wandel bei: März 2012).

Ausflugs-Tip: Hier überfallen einen spontane Aussteiger-Fantasien: im pitoresken Selbstversorger-Dorf Torri Superiore nahe der französischen Grenze. Schön, dass es so etwas gibt!

Trofie ist die Pastaspezialität der ligurischen Küche und ganz einfach die passende Nudel zu unserem Projekt. Sich eine Zucchiniblüte darauf zu backen, ist an der Blumenreviera mehr Pflicht, denn Kür! Es werde Licht, und es wurde Italien. In diesem Sinne viele Urlaubs-Grüße, B

P.S.: Danke an unsere Freunde, die jeden Abend kochten, während Knut fotografierte und ich quatschte :-)

 

 ©Fotos: Knut Koops für APRIL/mag

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kunstvoll


Ein gutes Werk am Tag? Viele! Begehen und besehen! Und zwar am alljährlichen Galerien-Wochenende in Berlin. Es findet immer Ende April/Anfang Mai statt. Mit dem parallel-Programm der Berlin Biennale (bis zum 1. Juli) wurde die Stadt noch kunstvoller als sowieso schon. Unter dem  Motto „Forget Fear“ wurden die Galerien-Türschwellen mit politisch-aufklärerischen Vokabeln besetzt. Keine Spur von Schwellenangst im Berliner Frühling zu beobachten – nur der Schulterschluss des Kunstvolkes. Und diese Ausstellung, also die des Kunstvolkes meine ich jetzt, gefällt mir immer genauso gut wie der Rest vom Fest.

 

Ein Galerien-Favorit: Jordan-Seydoux in der Auguststraße. Eine charmante Galerie für Zeichnungen und Drucke. Die Pariserin Amélie Seydoux ist von Kindheit an mit dem Thema Kunst und Druck vertraut. Viele französische Künstler waren Auftraggeber ihres Vaters, Eric Seydoux, einem der wenigen Kunstsiebdrucker Frankreichs.

 

Sehenswert: Baselitz. Bei Jordan-Seydoux noch bis 23. Juni.

Eine Kunstpause geht direkt nebenan: Clärchens Ballhaus, Lokalität voll mit Geschichte und mit schönem Garten.

Die in Frankreich bekannte Künstlerin Françoise Pétrovitch wird in Deutschland von Jordan-Seydoux vertreten. Ich mag ihre offenen Motive mit ambivalenten Kindheitsmomenten und die Flüchtigkeit der Szenerie in ihren Tintendrucken.

 

©Fotos: Knut Koops für APRIL/mag

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